Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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runde .riiujenartige . Höhlung enthalten, und
das zum Schmieden runder Stäbe ver
wendet wird.
Literaturr Fr.. G u t e n ä c k e r's' Lehre vom Huf-
beschjag“. Stuttgart 1884. Ableitner*
Schmiele, Glumacee, s. Aira, Schmielen
hafer ebendaselbst.
Schmierbrand, . Stinkbrand, Steinbrand,
Tilletia Caries Tul., Tilletia laevis Kühn und
Tilletia secalis Kühn (s. Ustilagineae). Harz.
Schmiercur gegen Räude findet vorzugs
weise bei Pferden, Rindern und Hühnern An
wendung, während dieselbe bei Schafen und
änderen Thieren nur ausnahmsweise gebraucht
wird. Die gegen die Pferdekrätze gebrauchten
Salben sind; 1. Eine Salbe aus grauer Queck
silbersalbe 14 Theile, Schwefelblumen 14 Theile,
Hirschhornöl 8 Theile, Hanföl 84 Theile. —
2. Die Helmerich'sehe Salbe aus 10 Theilen
Schwefel, 8 Theilen Pottasche und 50 Theilen
Schweinefett. — 3. Eine Salbe aus Theer 50
Theile, Cantharidenpulver 2 Theile, Olivenöl
8 Theile. —.4. Eine Salbe aus Zinkvitriol
7 Theile, Cantharidenpulver 3 Theile, Fett
100Theile.—5-Pnlv. rad.PyrethrilOOg auf 1kg
Schweinefett. — 6. Theer und Sphwefelblumen
je 1 Theil, Schmierseife und Weingeist je
2 Theile, Kreidepulver % Theil. — 7. 1 Theil
Creosot auf 40 Theile Fett. — Diese Salben
werden räudigen Thieren in Zwischenräumen
von je zwei Tagen 3—5mal hintereinander
eingerieben. Darauf werden die Patienten mit
Lauge oder Seifenwasser abgewaschen. Bei
Rindern sind Quecksilbersalben zu vermeiden
und bei Schafen sind Salben überhaupt unbe
quem und, unsicher in ihrer Anwendung und
werden daher nur ausnahmsweise im Winter
gebraucht, um die Räude aufzuhalten. Bei
kleinen Hausthieren werden Linimente und
Bäder den Salben vorgezogen. Semmer.
Schmierkäse nennt man die sehr weichen
Käsesorten, welche an verschiedenen Orten
meist ohne grosse Sorgfalt angefertigt werden,
aber dennoch hin und wieder Liebhaber fin
den. — Je nach der Consistenz des fertigen
Fabricats unterscheidet man gewöhnlich harte,
weiche und Schmierkäse. Freytag.
Schmierseife, Kaliseife, s. Seifen u. Sapo
kalinus.
Schminkbohne, Spielart der Schnittbohne
s. Phaseolus vulgaris und Bohnen als Futter
mittel.
Schminkweise, Bismuthum subnitricum
und andere Wismuthsalze.
Schmirgel, Smirgeh eine derbe, klein
körnige Abänderung des Korunds. Das Mineral
ist dunkelbläulich-grau, an den Kanten durch
scheinend, von der Härte 9 und dem spec.
Gew. 3 9—4. Unter dem Mikroskope er
scheint der meiste Schmirgel als ein inniges
Gemenge von Korund und Magneteisenerz,
häufig auch Glimmer. Er kommt derb
auf der Insel Naxos in Kleinasien, Indien,
China, Irland, auch bei Schwarzenberg
in Sachsen (am Ochsenkopf) vor. Neuer
dings wurde er auch in Dalmatien und in
Nordamerika in grossen Lagern gefunden. Auf
Naxos, woher der meiste Schmirgel kommt,
Koch. Encyklopädie d. Thierheilkd. IX Bd.

gewinnt man denselben durch Erhitzen und
rasches Abkühlen der Lager, wodurch: er! in
kleine Stücke zerfällt, die mit-der Haue los
gelöst werden. Die Schmirgellager auf Naxos
sind von der. griechischen Regierung ver
pachtet. Der Naxosschmirgel wird durch
Schlämmen in 34 Nummern von verschie
denem Korn gebracht und kommt sowohl in
Pulverform, als auch auf Papier oder Kattun
aufgeleimt (Schmirgelpapier) als wichtiges
und vielbenütztes- Schleif- und Poliermittel
in den Handel. Ein Gemische von Chlor
magnesium, Magnesium und Schmirgelpulver
liefert die sog. künstlichen Schleifsteine.
Schmirgel aus Kleinasien und Indien heisst
levantinischer oder, da er früher in Venedig
verarbeitet, gepocht und geschlämmt wurde,
venetianischer Schmirgel. Unter dem letzteren
Namen kommen im Handel auch innige Ge
menge von Eisenglanz und Quarz vor;
ausserdem erhält man unter dem Namen
Schmirgel wohl auch Edelsteingrus, d. h.
gestossene, harte, unreine Edelsteine aller
Art, wie z. B. Granaten, Topase u. s. w. Die
Härte des Schmirgels wird in der Weise be
stimmt, dass auf einer gewogenen Glasplatte
eine gewogene Menge Schmirgel (1—3 g)
mit einem gewogenen Läufer so lange zer
rieben wird, bis kein Glas mehr abgerieben
wird. Je mehr Glas abgerissen wurde, desto
härter war der Schmirgel. Blaas.
Schmucker’sche Umschläge oder Fomen-
tationen (kalte Bähungen), besonders bei
frischen Quetschungen, heissen Beulen, Sat
teldrücken verwendet-. Um die kühlende und
zertheilende Wirkung zu erhöhen, wird dem
kalten Brunnenwasser 30% Essig und je
2% Salmiak und Salpeter zugemischt (zu
sammengesetzte Schmucker’sche Umschläge).
Eine einfachere Mischung besteht aus 1 Sal
peter, 10 Essig auf 100 Wasser. Vogel.
Schmuggel mit Vieh. Um den Schmuggel
mit Rindvieh bei Einfuhrsverboten und Grenz
sperren gegen verseuchte Nachbarländer zu
verhindern, werden ausser verschärfter Ueber-
wachung der Grenzen in den Grenzgebieten
Kataster des Rindviehstandes angelegt; jedes
Rind wird mit einem Brandzeichen versehen und
der Viehstand wird durch Thierärzte und
besonders dazu ernannte Viehrevisoren in
Evidenz erhalten. Alles Rindvieh in solchen
Gebieten, das nicht in den Kataster einge
tragen und nicht mit dem bestimmten Brand
zeichen versehen ist, wird confiscirt. Alles
aus den Grenzgebieten ausgeführte Vieh muss
mit Ursprungsscheinen oder Viehpässen ver^
sehen sein. Die Eisenbahnverwaltungen in
den Grenzgebieten dürfen nur mit Viehpässen
versehene Rinder und nur an bestimmten
Stationen zur Weiterbeförderung annehmen.
In derselben Weise, wie die Landesgrenzen,
werden auch Seeküsten gegen den Schmuggel
überwacht. Semmer.
Schmutzflechte wird bei vernachlässigten,
schlecht verpflegten und genährten Pferden
und Schafen die Schuppen- oder Kleienflechte,
Pityriasis (s. d.), genannt, bei welcher sich auf
der trockenen, rissigen, spröden Haut die
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