Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Masik ist etwa 850 ha gross. Der Boden
besteht in der Hauptsache aus fruchtbarem
Lehm. Die Heuschläge und Weidegriinde, ob
gleich sie sich unmittelbar am Meeresstrande
entlang ziehen, sind trocken und sehr üppig
mit kräftigen Gräsern bestockt. Das Klima
ist hier infolge der Meereseinflüsse verhält-
nissmässig milde, so dass der ganze Ort seiner
natürlichen Beschaffenheit wegen für die
Pferdezucht sich vorzüglich eignet. Auch aus
diesem Grunde versetzte Baron Wrede das
Gestüt von Sitz nach hier.
Der Bestand desselben zählt gegenwärtig,
Mitte des Jahres 1891, im Ganzen 23 Köpfe,
von denen 11 der Mutterstutenheerde ange
hören. Von diesen sind 2 Vollblutpferde:
Allright und Fumistrie, während die übrigen
9 aus edlen Halbblütern bestehen. Als Be
schäler wird der aus England eingeführte
vollblütige Metternich v. Kaiser a. d. Merlette
benützt. Das hier verfolgte Zuchtziel geht
daher auf starken und mittleren Reitpferd -
schlag hinaus. Die Pferde selbst sind durch
gehende edle, gängige und nervige Thiere.
Der jährliche Zuwachs des Gestüts beläuft
sich zwischen 5 und 7 Fohlen. Mutterstuten
und Fohlen beziehen während der wärmeren
Jahreszeit die meist am Meeresgestade ge
legenen vorzüglichen Weiden. Im Winter sind
sie in wohl eingerichteten warmen Ställen
untergebracht. Auch hier erhalten sie die
erforderliche Bewegung in freier Luft hin-
reichendermassen. An Futter wird jedem
Fohlen ausser kräftigem Heu nach Verlangen
täglich 3 1 Seehafer mit Häckerling vermischt
verabreicht.
Die Ausnützung des Gestüts, das unter
der persönlichen Oberleitung des in Sitz
wohnenden Besitzers steht, findet nach Ab
nahme der für den eigenen Bedarf erforder
lichen Pferde durch Verkauf statt. Die hiebei
erzielten Preise schwanken je nach Güte
der Pferde zwischen 300 und 500 Rubel.
Ein Gestütsbrandzeichen kommt nicht in
Anwendung.
Ausser dem Gestüt wird in Masik eine
Binderheerde von 120 Stück Milchkühen der
Breitenburger Basse gehalten. An Jungvieh
und Pflugochsen sind bei 90 Haupt vor
handen, so dass der gesammte Bindviehstapel
über 200 Köpfe zählt. Grassmann.
Sitzbein, s. Becken.
Sitzbein-Drüsenmuskel, s. Muskeln der
Geschlechtstheile.
Sitzbein-Harnröhrenmuskel, s. Muskeln
der Geschlechtstheile.
Sitzbeinruthenband, s. Männliches Glied.
Sitzbeinruthenmuskel, s. Muskel der
Geschlechtstheile.
Sitz des Reiters. In der Reitkunst wird
die Haltung des Beiters auf dem Pferde Sitz
genannt (s. Reitsitz, Reg. Bd. VIII). Bei
einem guten Sitz wird ein von der Mitte der
Schulter des Beiters gefälltes Loth etwa 5 cm
hinter den Hacken fallen. Die Hacken sind
etwa 5 cm tiefer als die Fussspitzen. Zum
guten Schluss müssen dicke Leute die Füsse
etwas mehr auswärts drehen als schlanke,

um möglichst viele Fläche der Beine an
Sattel und Pferd zu bekommen, während
schlanke Leute die Füsse parallel den Flan
ken des Pferdes halten. Grassmann.
Sium latifolium, breitblätteriger
Merk. weissblühende Umbellifere (L. V. 2)
mit gipfelständigen Dolden, bei uns überall
an Wassergräben und Bächen vorkommend
(Wassermerk). Die der Brunnenkresse
ähnlich schmeckenden Blätter werden als
Salat gegessen und auch von den Thieren
gerne gefressen, in grösseren Mengen jedoch
schadet die einen reizenden und zugleich
narkotisch wirkenden Stoff enthaltende Pflanze
und erzeugt starke Aufregung mit nachfol
gender Betäubung, selbst Magendarment
zündung. Vogel.
Sivatherium, ein vorweltlicher, zwischen
Karneol und Giraffe stehender Wiederkäuer,
welcher wenigstens die Grösse eines Ele
phanten hatte und zur Tertiärzeit ein Be
wohner der Vorgebirge des Himalaya war.
Skelettheile davon wurden in der reichen
Fundstätte an den Sivalik-Hügeln in Ost
indien gefunden, doch konnte es bis jetzt in
Europa weder in Tertiär- noch in Diluvial -
Ablagerungen nachgewiesen werden. Der
Kopf des Sivatherium giganteum hat die
Grösse eines Elephantenkopfes, in den Kiefern
sind je sechs Backenzähne, welche den
Wiederkäuern gleichen. Das auffallendste
Merkmal sind vier Stirnzapfen, von denen
die beiden hinteren mächtig gross und fast
wie beim Elenthier schaufelartig ausgebreitet
waren, was dem Kopfe ein eigenthümliches
Ansehen geben musste. Koudelka.
Sjöstedt G. W., Professor der Thier
arzneischule in Stockholm, schrieb ein Hand
buch über Exterieur und Thierzucht. Sr.
Skabiosa, s. Scabiosa.
Skalenoeder, s. Krystalle.
Skandinavisches Schaf, s. norwegische
und schwedische Viehzucht, auch kurzschwän-
ziges Schaf im Norden Europas.
Skapolith (Wernerit, Paranthin), ein Mi
neral der sog. Skapolithgruppe, einer Reihe
von isomorphen, tetragonal krystallisirenden
Mineralien, welche ihrer chemischen Zusam
mensetzung nach im Wesentlichen Kalk-Thon-
erdesilicate oder Natron-Thonerdesilicate oder
Mischungen beider sind. Glieder dieser Reihe
sind Meionit (das kalkreichste), Mariolith
(das natronreichste) und der aus der Mischung
dieser beiden in verschiedenen Verhältnissen
hervorgegangene Skapolith. Aus dem letzt
genannten Umstande erklären sich die wech
selnde chemische Zusammensetzung sowie die
nicht unerheblich von einander abweichenden
chemischen und physikalischen Eigenschaften
der Skapolithe. Der Skapolith kommt derb,
in grosskörnigen Aggregaten oder in säulen
förmigen, mit der tetragonalen Pyramide ge
schlossenen Krystallen vor. Letztere sind ein
gewachsen oder aufgewachsen und zu Drusen
vereinigt. Farbe weiss oder grün, oft gelb
lich. grünlich, glasglänzend oder gewöhnlich
infolge von Zersetzung trübe und matt.

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