Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN671000365/565/
Speck ist ein dem Kammerherrn E. v.
Haugwitz gehöriges Gut, das einschliesslich
des Lehngutes Rehhof 3169 ha umfasst. Das
hier vom Besitzer unterhaltene Halbblutgestüt
entwickelte sich in den Dreissiger^ahren aus
kleinen Anfängen und wurde in den Fünf-
zigerjahren durch den damals benützten vor
züglichen Beschäler Moses wesentlich gehoben.
Derselbe war Ivenacker Abstammung und ent
hielt Blut des berühmten Herodot. Das heu
tige Gestüt zählt einen Gesammtbestand von
ungefähr 60 Pferden. Hievon sind 10 bis 12
halbbürtige Mutterstuten, die aber alle sehr
edel und theils noch Alt-Ivenacker Abstammung
sind. Ihre Haarfarbe ist verschieden. Zur Be
deckung der Stuten hält das Gestüt zwei, auch
drei eigene Hengste, die daneben alljährlich
mehrere fremde Stuten belegen. In letzter Zeit
befand sich unter den Beschälern auch ein
Vollbluthengst, der im eigenen Gestüt im Jahre
1881 gezogene Bouteau v. Basnäs a. d. Alix v.
Zuyder Zee, der jetzt aber nach Kruckow bei
Penzlin abgegeben ist.
Was die Aufzucht der Pohlen betrifft, so
gehen diese im Sommer theils in Padoxes,
theils in gemeinsamen Koppeln, sind im
Winter aber jahrgangsweise in Losställen
abgesondert. Die hauptsächlichsten Futter
mittel bilden hier Hafer, Häckerling und Heu,
doch werden daneben auch einige Möhren
verabreicht. Die ganze Aufzucht dient haupt
sächlich zur Deckung des eigenen Bedarfes,
nur die über denselben vorhandenen Pferde
werden bestmöglichst verkauft.
Die Leitung des Gestütes liegt in den
Händen des Besitzers.
Ein besonderes Gestütbrandzeichen kommt
nicht in Anwendung. Grassmann.
Speck (Lardum) stellt das feste und
derbe Fett dar, welches zwischen der Haut
und dem Fleisch der Schweine, der Robben
und Walisische sich ansetzt. Ableitner.
Speckentartung, s. Amyloiddegeneration
unter Degenerationen.
Speckgummi. Der erhärtete Milchsaft
einiger Pflanzen, besonders aus der Familie
der Sapotaceen, s. Guttapercha.
Speckhals nennt man den Hals des
Pferdes, wenn das Fettgewebe, welches sich
normaliter am oberen Halsrand anlagert,
eine ungewöhnliche Mächtigkeit erreicht hat.
Bisweilen entwickelt sich am sog. obern
Kammrand des Halses eine derartige Fett
wulst, dass derselbe zufolge des grossen Ge
wichtes auf die Seite gezogen wird, was man
speciell als hängenden Speckhals be
zeichnet. Nennenswerthe Nachtheile, als stär
kere Belastung der Vorhand, grössere Unbe
weglichkeit des Halses und Nothwendigkeit
weiterer Kummete bietet diese, mehr dem
männlichen Geschlechte eigenthümliche Hals
form nicht Zsckokke.
Speckhaut, Crusta phlogistica s. iuflam-
niatoria, nennt man die obere gelbliche
Schicht, welche sich auf dem aus der Ader
gelassenen Pfevdeblute bildet, weil sie häufig
auf dem Blute von Menschen gesehen wird,

die an entzündlichen Krankheiten leiden; beim
Pferde ist die sog. Speckhaut normal. Anr.
Speckkälber, Wasserkälber, Mondkälber,
heisst man die mit allgemeiner Wassersucht
(Höhlen- und Hautwassersucht) behafteten Käl
ber, die, wenn ausgetragen, fast immer ein sehr
grosses Volumen erreichen und deshalb meist ein
ernstes Geburtshinderniss bilden. Der Name
Speckkalb rührt von dem speckartigen Aus
sehen des Fleisches derartiger Früchte her
(s. unter Geburt, Kälber mit allgemeiner Wasser
sucht und u. Brust- und Bauchwassersucht
der Frucht). Strebei.
Speckleber, s. amyloide Degeneration.
Speckmilz, s. amyloide Degeneration.
Specköl, auch Schmalzöl, Lardoil,
ist der in der Winterkälte abgepresste flüssige
Theil des Schweinfettes. Namentlich in
Amerika wird das Schweinefett durch Pressen
in sog. Solarstearin und Schmalzöl getrennt.
Das Stearin dient zur Kerzenfabrication, das
Schmalzöl als feines Maschinenschmieröl, als
Speisefett, zur Seifenfabrication etc. Das im
Winter abgepresste Schmalzöl, d. i. Specköl,
hat 0’91ö spec. Gewicht und beginnt erst
unter 0° Stearin auszuscheiden. Loebisch.
Speckräude wurde früher das Bläschen
ekzem der Hunde genannt, weil am häufigsten
fette Hunde davon befallen werden. Anacker.
Spectralanalyse ist die Untersuchung
des von einem Körper ausgestrahlten oder
von ihm durchgelassenen Lichtes mittelst
eines optischen Prismas, um hieraus ein Ur
theil über den chemischen Bestand des Körpers
zu gewinnen. Bekanntlich erhält man, wenn
man ein Bündel paralleler Strahlen weissen
Lichtes durch ein Prisma gehen lässt, einen
farbigen Lichtstreifen, das Spectrum (siehe
„Sonnenspectrum“ und „Licht“). Je nach der
Natur des leuchtenden Körpers ist dieses
verschieden.
Das Sonnenlicht liefert ein aus zahllosen
in einander übergehenden Farbenabänderun
gen bestehendes Spectrum, das von dunklen
Linien durchzogen ist (s. das erste Spectrum
der beigehefteten Spectraltafel[Taf. LIV]); ähn
lich ist das Spectrum einer Kerzenflamme, einer
Petroleum- oder einer Gasflamme, in welchen
glühende Kohlenstoffpartikelchen das Licht
ausstrahlen, nur fehlen hier die dunklen
Linien. In gleicher Weise erscheint das
Spectrum anderer glühender fester oder flüs
siger Körper zusammengesetzt aus in einander
übergehenden Farbenabänderungen und ist
um so vollständiger, je näher der Körper
der Weissglut sich befindet.
Stellt man dagegen das Spectrum eines
glühenden Gases her, so findet man dasselbe
jenem ganz unähnlich. Es besteht nämlich
nicht aus einem Streifen in einander über
gehender Farbenabänderungen, sondern aus
einer Anzahl mehr oder weniger scharf be
grenzter heller, farbiger Linien auf dunklem
Grunde. Jeder chemische Grundstoff zeigt
nun, in Gasform und glühend gemacht, ein
ganz charakteristisches Linienspectrum, so

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66