Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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Die parenchymatöse oder phlegmonöse
Entzündung der Speiseröhre entsteht durch
Contusionen, steckengebliebener Fremdkörper
und Einwirkung stark ätzender Substanzen,
wie concentrirter Säuren und Alkalien, Aetz-
kalk etc. Es kommt hier zur Entzündung der
Wand in ihrer ganzen Dicke, zu Eiterungen,
Geschwürsbildungen, Perforationen, Fisteln
oder zu Brustfellentzündungen mit tödtlichem
Ausgang.
Zu den specifischen Entzündungen gehören
die Veränderungen bei der Rinderpest und
bei den Schafpocken. Bei der Rinderpest ent
stehen umgrenzte Hyperämien, rothe Flecken,
Epithelwucherungen und nach Ahstossung der
Epithelplatten Erosionsgeschwürchen. Bei den
Schafpocken kommt es oft zu einer wirk
lichen Pockeneruption auf der Schleimhaut
des Oesophagus mit Bildung von Bläschen,
Pusteln und Geschwürchen.
Von Neubildungen kommen vor auf der
Schleimhaut des Schlundes Papillome und
Polypen. Selten finden sich in der Wandung
des Oesophagus Melanosen, Sarcome, Krebse,
Lipome, Fibroide und Tuberkel.
Häufig bleiben grosse Fremdkörper im
Schlunde stecken, wie Kartoffeln, Rüben,
Knäule, Eier, Holzstücke, Knochenstücke etc.
Dieselben verursachen vollständigen Ver
schluss und Unmöglichkeit der Nahrungsauf
nahme, Entzündungen, Perforationen, Fisteln
etc., bei Rindern auch Tympanitis und erfor
dern meist eine operative Entfernung, die am
Halstheil leicht ausführbar, im Brusttheil da
gegen nur mittelst Schlundsonden und Zer
stücklung von innen möglich ist.
Von Parasiten leben im Schlunde heim
Hunde die Spiroptera sanguinolenta in knoten
förmigen Anschwellungen; beim Schwein die
Finne, Cysticercus cellulosae, bei den Her-
bivoren Psorospermien. Als zufälligen Befund
findet man zuweilen im Schlunde Parasiten
und ihre Embryonen auf der Wanderung
(Lungenwürmer) und infolge von Erbrechen
hineingerathene Darmparasiten. Semmcr.
Speiteufel. Giftiger Täubling unserer
Wälder, Agaricus emeticus, jetzt Russula
emetica, s. d.
Spelt, Spelz. Dinkel, Dinkelweizen.
Triticum spelta, s. d.
Spelts, Dinkel, s. Triticum spelta.
Spelz (Triticum spelta), s. Dinkel.
Spelzblüthige Pflanzen, Glumaceae,
grosse Familie aller Pflanzen mit gras
artigem Habitus und langen Halmen,
deren Blüthen einen fehlenden oder verküm
merten Perigon zeigen, d. h. Schüppchen
oder Borsten, meist zwischen grünen oder
trockenhäutigen Hochblättern, Spelzen,
sitzend oder mit diesen zu Aehrchen (Gras
ährchen, Spiculae) vereinigt. Zu den Gluma-
ceen gehören vor Allem die echten oder
Süssgräser, Gramineae, deren Aehrchen
meist zwei Deckspelzen, Glumae, be
sitzen und deren Blüthen zwischen zwei
Blüthenspelzen (Paleae) sitzen. Die Fort
setzung des Mittelnerven heisst Granne
(s. Süssgräser, Wiesengräser). Auch die Halb

gräser, Sauer- oder Scheingräser, Cypera-
ceae, gehören hieher, die Aehrchen sind
aber ohne Deckspelzen und jede Blüthe sitzt
nur hinter einer Spelze. Vogel.
Spelzmais, s. Mais.
Sperberbaum. Eberesche, s. Sorbus.
Spergels arvensis. Spark, Spörgel,
Ackerspörgel. Auf unseren Aeckern vor
kommende Paronychiee L. X. 5 mit quirligen
Blättern, unterseits mit einer Rinne und nach
dem Verblühen mit herabgeschlagenen Blüthen-
stielen. Die weissblühende Pflanze gedeiht
vornehmlich auf Sandboden und bildet beson
ders in der kleineren nährkräftigeren Species
ein vorzügliches Futterkraut namentlich
für Milchvieh. Im nordwestlichen Deutschland,
ebenso in Belgien und am Rhein wird die
Pflanze im Grossen angebaut und auch der
sehr nahrhafte schwarze Samen selbst für
Pferde gefüttert, er erzeugt jedoch bald Ver
stopfung, wenn er nicht gequetscht oder ge
brüht wird. Vogel.
Sperma (von orceepeev, säen), der
Samen. Anacker.
Sperma Ceti. Cetaceum, Wairath,
ein weisser, wachsartiger, krystallinisch blät
teriger, durchscheinender, schlüpfrig anzu
fühlender Körper (Cetin, palmitinsaures Cetyl-
oxyd), aus den Kopfhöhlen der Pottwale,
besonders von Physeter macrocephaius und
Catodonarten (Mammalia) herrührend, durch
Abpressen des Walrathöles und Umschmelzen
gereinigt. Es findet nur mehr Anwendung
als festeres Constituens für Gerate und
Salben. Vogel.
Spermacrasia (von oiteppa, Samen;
Axpotota, schlechte Mischung), die schlechte
Beschaffenheit des Samens. Anacker.
Spermagonium (v. oiteppa, Same; yoveia,
Zeugung), das sporenbildende Organ des
Pilzes des Mutterkorns, Sphacelia segetum.
Auch versteht man unter Spermatogonien
den Ursamen des Hodens der Säugethiere. Anr.
Spermapodium (von oirepp.a, Samen
ito'Siov, Füsschen), das Samenfüsschen, der
säulenförmige Fruchtboden der Dolden
gewächse. Anacker.
Spermatacratia (von oiteppa, Samen;
äxpoma, Unenthaltsamkeit), das Unvermögen,
den Samen zu halten. Anacker.
Spermatias (von ojiepp.a'n'Cetv, besamen),
der Sämling, samenhaltige Früchte, die aus
dem Samen gezogene Pflanze. Anacker.
Spermatina (von orcspp.a, Same), der
Samenstoff. Anacker.
Spermatoblasten (oiteppa, Samen,
ßXaoTaviu, bilden), Samenbildner, Zellen in
den gewundenen Canälchen des Hodens (siehe
Geschlechtsorgane). Eichbaum.
Spermatocele (von ojtsppa, Same; xqX-q,
Bruch), der Samenbruch, die ungewöhnliche
Ausdehnung des Samen Stranges.
Der Samenbruch, entwickelt sich aus
einer Retention des Sperma in den Samen
canälen des Hodens; diese erweitern sich
an verschiedenen Stellen cystenartig und
sackförmig und geben dem Hoden an seiner
äusseren Fläche ein höckeriges Ansehen,

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