Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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specielle Pathologie und Therapie für Thier
ärzte 1856—1858. schrieb Spinola 1842 über
Krankheiten der Schweine; 1844 über Influ
enza; 1846 über Rinderpest; 1849 eine Samm
lung von thierärztlichen Gutachten und Be
richten. Säumer.
Spinola, ein Hengst orientalischer Ab
stammung, Blauscheck, war von 1764 bis 1780
Beschäler im königlich preussischen Stutamt
Trakehnen. Derselbe war im Gestüt zu
Georgenburg als Abkömmling des Perser
Schimmel Persianer (s. d.) gezogen und lie
ferte für Trakehnen ebenso ausgezeichnete
Pferde wie er selbst war. Yon wie hohen
Werthe seine Nachkommen gehalten wurden,
geht z.B. daraus hervor, dass zwei Parade
züge von je neun seiner Kinder, die alle
Porzellanschecken waren, u. zw. der eine aus
Hengsten, der andere aus Stuten bestehend,
ersterer vom Pürsten Potemkin, letzterer vom
Pürsten Radziwill je um den damals gewiss
sehr hohen Preis von 2000 Ducaten ange
kauft wurden. Grassmann.
Spinola’s Wurmkuchen werden mit Erfolg
gegen die besonders seuchenhaft vorkommen
den Wurmkrankheiten der Hausthiere, erzeugt
durch Ascariden, Strongyliden und Oxyuren,
angewendet und besonders den Schafen mit
Haferschrot gemengt als Lecken 2—3 mal
wöchentlich, je zu einer Handvoll, vorgelegt.
Die von Professor Spinola angegebenen Kuchen
werden bereitet, indem man 1 k Kochsalz und
je 2 k Rainfarn, Kalmus und Theer mit einer
entsprechenden Menge von Wasser und
Roggenmehl zu einem steifen Brei anrührt
und diesen an der Luft trocknet. Vogel.
Spintherometrum (von owtvff-qs, Funke;
psTpov, Mass), der (elektrische) Funken
messer. Anacktr.
Spira 8. spera (von oiret'peiv, ziehen,
wickeln), das Gewundene, der Schnecken
gang. Anacktr.
Spiramen s. spiramentum (von spirare,
hauchen), der Hauch, das Athmen.
Spiramen pulmonum, die Lungen
zelle.
Spiramen palpebrarum, der Thränen-
punkt. Anacktr.
Spiratus (von spirare, hauchen), das
Athmen, der Athem. Anacktr.
Spiriilum (von spira, die Krümmung),
die Walzenspirale (ein Infusionsthier). Anr.
Spiriilum, Schrauben- oderSpirobacterie
mit starrer, kürzerer oder weitläufigerer
Schraube, welche in Plusswasser oder In
fusionen vorkommt. Sie wird im Blute von
an Typhus recurrens erkrankten Personen
während der Fieberzeit gefunden und zeichnet
sich durch ihre lebhaften, lange anhaltenden
flimmernden Bewegungen aus. Eichbaum.
Spiritismus (von Spiritus, der Geist, das
Geistige) ist die Kunst, die Gedanken Anderer,
z.B. gedachte Zahlen u. dgl. m. zu errathen. Anr.
Spirituosa. Alkoholische Mittel mit
der Grundlage des Aethyls und Methyls. Sie
sind sämmtlich Nervenmittel ersten Ranges
und theilen insgesammt die verschiedenen
Wirkungen des Weingeistes. Zu den Spirituosen

(Neurotica alcoholica) gehören der Wein. der
Weingeist, der Aether (Essig- und Salpeter
äther), das Chloroform, das Chloralhydrat
und das Arnylnitrit. Vogel.
Spirituosen, geistige Getränke, sind Flüs
sigkeiten, die aus verschiedenen zuckerhalti
gen Körpern dargestellt werden (vgl. Spiritus)
und im Wesentlichen aus Alkohol, verschie
denen Aetherarten und Wasser bestehen.
Alkoholreichere heissen Spiritus, Sprit, Wein
geist (65 — 90% Alkohol), alkoholärmere
Branntweine (bis 50% Alkohol). Zu den be
kanntesten Spirituosen gehören der Kar
toffelbranntwein, aus der Maische von
gedämpften Kartoffeln und Gerstenmalz be
reitet, Korn- und Getreidebranntwein
aus Roggen- und Gerstenmalz erzeugt, Franz
branntwein, aus geringeren Weinen destil-
lirt; die beste Sorte wird Cognac genannt,
Rum (Taffia), aus Rohrzuckermelasse herge
stellt, Arak in Ostindien aus Reis, Melasse
und Palmwein bereitet, Liqueur, verschie
dene, mit Zucker oder Glycerin und aroma
tischen Substanzen versetzte Branntwein
sorten. Aus dem Safte mancher Früchte oder
anderer Pflanzentheile werden eigenthümlich
riechende und schmeckende Spirituosen er
zeugt, wie z. B. der Slivowitz aus Pflaumen,
der Kirschengeist aus Waldkirschen, der
Enziangeist aus der Wurzel des Bergenzians.
Ebenso erzeugt man Branntweine aus
Vogelbeeren, Wachholderbeeren, aus den
Weintrestern u. dgl. Vielfach wird gewöhn
lichem Weinbranntwein oder Sprit durch
stark riechende Früchte, besonders der
Umbelliferen, ein eigenthümlicher Geruch
gegeben, z. B. durch Anis, Kümmel u. dgl.
Der Werth der Spirituosen hängt von ihrem
mehr oder weniger angenehmen Gerüche und
Geschmacke, besonders aber von ihrem Al
koholgehalte ab. Eiaas.
Spiritus (von spirare, hauchen), der
Athem, der Geist, der Alkohol. Anacker.
Spiritus (chemisch) ist ein Gemische
von verschiedenen Alkoholen (s. d.), unter
denen der gewöhnliche oder Aetbylalkohol
vorherrscht, mit Wasser. Bessere Sorten ent
halten ausserdem noch verschiedene ange-
nehiff riechende Aetherarten, schlechtere
haben einen unangenehmen, sog. Fuselge
ruch, der von einer Beimengung des Amyl
alkohols herrührt. Das Vorhandensein des
letzteren erkennt man am besten dadurch,
dass man eine kleine Probe des Spiritus auf
der hohlen Hand zerreibt. Dabei verdunsten
die flüchtigeren Alkohole früher, während
der schwerer flüchtige Amylalkohol längere
Zeit zurückbleibt und sich dabei durch seinen
charakteristischen Geruch verräth. Der Spiritus
wird aus verschiedenen zuckerhaltigen Stoffen
hergestellt. Am häufigsten gewinnt man ihn
aus Kartoffeln, die man mit Malz in
Gährung versetzt. Man erhält unmittelbar
einen Spiritus, der bis 90% Alkohol ent
hält; der hohe Fuselgehalt gibt ihm einen
höchst widrigen Geruch und Geschmack, der
ihm in den Spiritusraffinerien durch wieder
holte Destillation grösstenteils genommen

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