Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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ziemlich flach, nebst dem Kelch bleibend;
Staubgefässe zehn bis zahlreiche; fünf balg
kapselartige, an der Bauchnaht aufspringende,
mehrsamige Früchte. Blüthen und Blätter der
Sumpf- und knollenwurzigen Spirstaude,
Spiraea ulmaria und Spiraea filipendula, sind
als schweisstreibender Thee im Hausgebrauche
und die weidenblattartige Spiraea salicifolia,
sowie die ulmenblätterige Spiraea ulmifolia
sind als beliebte Gartengewächse bekannt.
Auch die Johanneskraut- und Schneeball
blätterige Spirstaude, Spiraea hypericifolia und
opulifolia, dienen in Gärten häufig als Zier
gewächse. Ableitner.
Spissitas s. spissitudo (von spissus,
dicht), die Verdickung. Anacker.
Spitzbubenessig, Räucheressig, 8. Acetum
aromaticum.
Spitzhengst, s. Cryptorchismus. • Physika
lische Untersuchung desselben, s. Hodenunter
suchung.
Spitzhund, s. Hund.
Spitzkleie, s. Müllereiabfälle.
Spitzklette,dornige. Xanthiumspinosum,
s. d.
Spitzmais, s. Mais.
Spitz- oder Bergklee (Trifolium montanem),
auf trockenen Wiesen, Triften und zwischen
Gebüsch wildwachsend, zuweilen auch als
Mähfutter auf armen kalkhaltigen Sandböden
angebaut; liefert im jugendlichen Zustande
ein schmackhaftes, gedeihliches Futter. Polt.
Spitzpocken sind Knötchen oder warzen
artige Eruptionen auf dem Euter der Kühe,
die sich rasch in Bläschen und Pusteln um
wandeln; sie können auch bei anderen Haus
thieren vorkommen (s. Pocken und Schaf
pocken). Semmer.
Spianchnectopia (von onXdyyvov, Ein
geweide; Ix, aus; to'jcos, Platz), die abnorme
Lage der Eingeweide. Anacker.
Splanchnologia (von oitXdyyvov, Ein
geweide; Xo'yoj, Lehre), die Eingeweidelehre
(s. d.). Anacker.
Splanchnopathia (von oirXdyyvov, Ein
geweide; wdd-o?, Leiden), die Eingeweide
krankheiten. Anacker.
Splanchnoscopia (von oxXdyyvov, Ein
geweide; oxorcY), Schau), die Besichtigung
oder Untersuchung der Eingeweide. Anr.
Spien (von cxXdyyvov, Eingeweide), die
Milz, die Milzsucht (Schwermüthigkeit). Anr.
Splenectama s.splenoma(von airX-^v, Milz;
sx-Tsi'vsiv, ausdehnen), die Milzgeschwulst. Anr.
Splenepatitis (von oirWjv, Milz;
Leber; itis = Entzündung), die Milzleber
entzündung. Anacker.'
Spleniflcatio s. splenisatio (von ojtXvjv,
Milz; facere, machen), das der Milz Aehnlich-
werden (von der Lunge gebräuchlich). Anr.
Splenisation der Lungen ist ein Zustand
derselben, bei welchem sie die Consistenz, Be
schaffenheit und Farbe der Milz annehmen.
(Splenificatio von onX^v, Milz und facere,
machen).
Es ist das ein Zustand, bei welchem die
Lungenbläschen entweder durch Collaps oder
durch Compression angesammelter Exsudate

in der Brusthöhle oder dorthin eingedrungene
Luft oder durch Vorwärtsdrängung des Zwerch
felles bei Gasansammlungen im Magen und
Darm (Tympanitis, Windkoliken) oder durch
hochgradige passive Blutstauungen in den
Lungencapillaren oder aber durch Verschluss
der zuführenden Bronchien luftleer werden.
Die collabirte luftleere, atelektatische Lunge
ist dichter, consistenter und hat, wenn sie
dabei blutreich ist, grosse Aehnlichkeit mit
dem Milzgewebe. Eine durch hochgradige
Hyperämie splenisirte Lunge hat Aehnlichkeit
mit einer hyperämischen Milz. Splenisation
der Lungen wird ausser bei Pleuritis. Hydro-
und Pneumothorax, Tympanitis und Zwerch
fellbrüchen noch in den ersten Stadien der
Pneumonie und Lungenseuche, ferner bei In
fluenza und Staupe der Hunde beobachtet. Sr.
Splenitis s. Lienitis (von cwX^v — lien,
Milz; itis = Entzündung), die Milzentzün
dung; sie entsteht in den meisten Fällen
nach mechanischen Insulten, welche die
Milz direct treffen, secundär tritt sie zu
Ichorrhämie und Infectionskrankheiten (acuter
Milztumor; s. unter Milzkrankheiten) oder
zu Gewebsverjauchungen und Vereiterungen,
zu Aneurysmen etc. auf embolischem Wege,
wo es zu Thromben in den Milzvenen kommt.
Symptome der Splenitis sind: Allge
meine Abgeschlagenheit, gesteigerte Mast
darmtemperatur bei beschleunigtem, hartem
Pulse, gestörte Fresslust, Husten, Stöhnen
während des Liegens, beschleunigte ober
flächliche Respiration, abnorme Blutbildung
unter leukämischen und hydrämischer. Er
scheinungen, Schwäche, Schwindel, Angst,
Tobsucht, Schmerz, Geschwulst und Schall-
dämpfung im linken Hypochondrium, bei
Rindern zuweilen ein papillärer Hautausschlag,
bei Uebergang in Eiterung periodische Fieber
anfälle und Abmagerung. Zuweilen beob
achtet man den Uebergang in Peritonitis
unter Erbrechen. Exacerbationen und Re
missionen werden öfter beobachtet. Der Ver
lauf ist subacut. Häufig bleibt Splenitis un
erkannt. Die Autopsie liefert folgende Re
sultate: Blutig gefleckte oder mit plastischem
Exsudat belegte Milzkapsel, Hyperämie und
blutigzeilige Infiltration der Milz, erhebliche
Zunahme des Volumens derselben bei grös
serer Härte und dunklerer, schwarzer oder
brauner Färbung des Gewebes, fluctuirende
hämorrhagische Herde oder Abscesse und
Verjauchung, seltener mehr oder weniger
harte Knoten; als secundäre Erscheinung
Lungenödem und. Peritonitis.
Die Behandlung ist eine antiphlogistische
unter Zuhilfenahme von Aderlass, äusseren
Ableitungen auf die Haut, und Nahrungsent
ziehung. Passende Medicamente sind Salze,
Narcotica und Säuren. Anacker.
Splenorrhagia (von nX^v, Milz; payr;,
Riss), der Blutfluss aus der Milz. Anr.
Spliniola (Demin. von otcX^v, Milz), die
kleine Milz, die Compresse. Anacker.
Splint, Alburnum. Die jüngeren und
deswegen helleren und weicheren Schichten
des Holzkörpers der Pflanzenstämme, welche

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