Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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an die äussersten Ringe, d. h. an das Cam-
bium angrenzen, s. Pflanzenkunde. Vogel.
Spodium (von oitoSo's, Asche), die feine
Asche, die Knochenkohle, das gebrannte
Elfenbein. Anacker.
Spodium, Knochenkohle, Carbo ossium.
Das Spodium ist der Destillationsrückstand
der bei ungenügendem Luftzutritt ausgeführ
ten trockenen Destillation entfetteter Kno
chen. Dabei entstehen als gasförmige Pro
ducts Kohlenwasserstoffe und kohlensaures
Ammoniumoxyd, als flüssige Products der
Knochentheer, Oleum animale foetidum und
ein wässeriges amraoniakalisches Destillat,
welches als Ammonium carbonic. pyro-oleosum,
Hirschhorngeist, als Volksmittel dient.
Als fester Rückstand der Destillation bleibt
das Spodium zurück. Dasselbe ist wohl
schwarz, enthält aber nur 10% Kohle, da
gegen 84% phosphorsauren Kalk und 6%
kohlensauren Kalk. Das unzerkleinerte Spo
dium zeigt noch vollkommen die Structur
der Knochen, zerkleinert bildet es ein körni
ges, schwarzes, mattes Pulver. Die wichtigste
Eigenschaft des Spodiums ist dessen Fähig
keit, andere Körper, sowohl Gase als auch
feste Körper, vorwiegend Farbstoffe und ge
wisse Salze aus Lösungen in sich aufzuneh
men und festzuhalten; wegen seines bedeu
tenden Entfärbungsvermögens dient es als
vorzüglichstes Mittel zur Entfernung färben
der Stoffe aus Lösungen in der Technik —
namentlich in der Zuckerfabrication — und
Raffinerie, in der Glycerin- und Paraffin-
fabrication. Wichtig ist die Wiederbelebung,
d. i. Wiederbrauchbarmachung von Spodium,
welches mit einer Substanz voll gesättigt
und zur Entfärbung eben dieser Substanz
nicht mehr brauchbar ist. Zur Wiederbele
bung — wie dies besonders in der Zucker
fabrication in Anwendung steht — befreit
man die Kohle durch Auslaugen mit Wasser
von ihren löslichen Antheilen und glüht das
Zurückbleibende, wodurch die in der Knochen
kohle zurückbleibenden färbenden Substanzen
des Zuckersaftes mit verkohlt werden.
Ein anderes Verfahren besteht darin, dass
man das gebrauchte Spodium mit Natron
lauge behandelt, dann mit verdünnter Salz
säure, mit Wasser auskocht und dann glüht.
In dieser Weise lässt sich Knochenkohle
20—28mal wieder beleben. In der Chemie
dient die Thierkohle zur Isolirung und Tren
nung einzelner Stoffe, so nimmt sie aus den
wässerigen Auszügen einiger Pflanzen gewisse
Alkaloide und Glycoside mit Vorliebe auf,
welche ihr dann durch Behandeln mit Alkohol
und Aether wieder entzogen werden können,
Loebisch.
Spodos (von 4 l “v, schaben), die Asche,
das mittelst trockener Hitze bereitete Metall-
oxyd. : Anacker.
Spörgel (Spergula arvensis, sl d). Zur Fa
milie der Caryophyllaceen, Unterfamilie Alsi-
neae, gehörende Futterpflanze, von der zwei
Varietäten vornehmlich auf löschten Böden
angebaut werden: der gewöhnliche Feld-
sp Orgel (Sp. sativa) und der Ri es ensp Or

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