Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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mitates Scoparii) das schwefelsaure Spartein,
Sparte'inura sulfuricum bereitet wird,
welches in neuerer Zeit als Herzmittel
ähnlich der Digitalis, der Convallaria ma-
jalis, dem Coffein, Strophanthus, der Adonis
vernalis gebraucht wird, namentlich wenn
der Herzschlag aussetzend ist. Auch der
bittere Saft der Pflanze hat pulsverlang
samende, die Herzcontractionen kräftigende
Wirkungen und ist von jeher als ein gutes
Diureticum bekannt gewesen. Fröhner
hat das Sparteinsalz auch bei Pferden und
Hunden geprüft und fixirte die Dosis bei
ersteren auf 1—8 g, bei Hunden auf OT—0 8.
Der Träger der harntreibenden Wirkung soll
das Scoparin sein. Bei unvorsichtigem Ge
brauch der Weiden kommen bei den Haus
thieren nicht selten Vergiftungen vor,
welche sich ähnlich wie bei den Ginsterarten
(Genista) und dem Heidelbeerkraut durch
hämorrhagische Magendarmentzündung und
Nephritis (Waldkrankheit oder Ginsterkrank
heit) äussern. Vogel.
Sarsaparilla, Sassaparille, Radix Sar
saparille, die Nebenwurzeln mehrerer süd
amerikanischer Smilaxarten, s. Smilaceae.
Sartorius (von sartor, der Schneider),
sc. musculus, der Schneider- oder innere
Darmbeinschenkelmuskel. Anacker.
Sassafras, Sassafrasholz, Lignum
Sassafras (Radix Sassafras), das zerschnit
tene Holz der Wurzel der nordamerikanischen
Laurinee Sassafras officinalis L. IX. 1 (Laurus
Sassafras), dessen schwammiges Gewebe ein
ätherisches Oel enthält, welches nach Fen
chel riecht (Fenchelholz). Die Wurzel
wird im Infus vielfach als Diaphoreticum und
zum Harntreiben gegen Rheumatismus, in
neuerer Zeit auch als Antidot gegen Nico-
tiana und Hyoscyamus gebraucht. Das Mittel
ist officinell. Vogel.
Sassaparille, s. Sarsaparilla.
Sassolin ist ein in gelblich weissen,
perlmutterglänzenden, durchscheinenden, bieg
samen Schüppchen krystallisirendes Mineral
von der Härte 1 und dem spec. Gewichte 1'4
bis 1’8. Es ist in kaltem Wasser schwierig,
in kochendem leicht löslich, auch Alkohol
nimmt es auf; es schmeckt schwach säuer
lich und bitter, schmilzt vor dem Löthrohr
leicht und mit Aufschäumen zu einem klaren,
harten Glase und färbt die Flamme zeisig
grün; die Auflösung in Alkohol brennt mit
grün umrandeter Flamme. Der chemischen
Zusammensetzung nach ist der Sassolin reine
Borsäure, B(OH) 3 . Findet sich als Sublimat
mancher Vulcane und als Absatz heisser
Quellen; so bei Lardereile, Sasso u. a. 0. in
Toscana, auf der Insel Volkano etc.; ebenso
in Bolivien, Chile und Californien. Die natür
lich vorkommende Borsäure, namentlich jene
von Toscana, wird gegenwärtig vorzüglich
zur Darstellung von Borax verwendet. Die
daselbst in den sog. Maremmen aus Spalten
der Erde gasförmig aufsteigende Borsäure wird
in gemauerte Bassins (laguni), die mit Wasser
gefüllt sind, geleitet und von letzterem auf
genommen; die wässerige Lösung wird da

durch concentrirt, dass man sie von einer
Lagune in die andere abfliessen lässt und
schliesslich eindampft. Die so gewonnene
Borsäure enthält noch 20—28% Verunreini
gungen, kommt aber in diesem Zustande
bereits in den Handel. Die jährliche Produc
tion beträgt in den Laguni di Monte Carbol!
bei Sasso und in den Thälern der Cor-
nia und Cecina über 3,000.000 kg trockener
Säure. Blaas.
Sät., Abkürzung von satis, genügend. Anr.
Satorischer Gang, s. Bauchspeicheldrüse.
Satow, in Mecklenburg-Schwerin, ist
eine zum Amt Doberan gehörige Domäne des
grossherzoglichen Haushalts. Hier war unter
der Regierung des Herzogs Johann Albrecht
(1847—1376) ein Theil der herzoglichen Ge
stütspferde untergebracht. Grassmann.
Sattel. Die Kunst des Reitens ist eine
sehr alte. Wahrscheinlich haben die Araber
sie zuerst ausgeübt und von ihnen wurde sie
nach Griechenland verpflanzt. Trotzdem haben
die alten Griechen den Gebrauch des Sattels
aber noch nicht gekannt. Man sass vielmehr
auf blossem Pferde oder bediente sich je nach
Vermögen kostbarer Decken oder Felle. Auch
zum Besteigen des Pferdes kannte man keine
besondere Vorrichtung, die den heutigen Steig
bügeln entsprechen würde. Der Reiter schwang
sich frei auf den Rücken des Thieres, indem
er in dessen Mähne griff oder den mit der
linken Hand erfassten Spiess als Stütze be
nützte. Daneben fand man auch Pferde, die,
wie heute noch die Kameele, abgerichtet waren,
niederzuknien, um den Reiter aufzunehmen.
Die Erfindung des Sattels fällt erst in
das IV. Jahrhundert in die Zeit Theodosius
des Grossen (379, bezw. 394—393 n. Chr.).
Von da ab benützte man zur Bequemlichkeit
des Reiters einen besonderen Sitz, den man
auf dem Rücken des Reitthieres befestigt und
den man Sattel nennt. In Folgendem ist nur
der Sattel, der als Beschirrtheil des vernehm
lichsten Reitthiers, des Pferdes und dessen Ab
arten, dient, des Näheren behandelt
Die Form und die Einrichtung der Sättel
hat in dem Laufe der Jahrhunderte mannig
fache Wandlungen erfahren und hat sich
neben dem jedesmaligen besonderen Zweck
nach Mode und Geschmack gerichtet. So ver
schieden auch die Form der Sättel sein mag,
so bestehen doch alle Arten in der Haupt
sache aus dem Sattelbaum, dem Sattelkissen
und der Bekleidung. Die Sattelgurte, Sattel
decken, Steigbügel u. s. w. bilden nur Zu
behörstücke.
Der Sattelbaum (Fig. 1686), der am
besten aus Rothbuchenholz gefertigt wird, ist
der Haupttheil, das Gerippe des Sattels. Seine
Form ist der Art des Sattels entsprechend
verschieden, besteht aber wieder wenigstens
bei den jetzt gebräuchlichsten, mit Ausnahme
des ungarischen Sattels (s. unten), aus den
beiden Orten a und a', dem Kopf b, den Ste
gen c und c' und dem After d. Die Sturz-
auch Steigösen e, welche bei Herrensätteln
zu beiden Seiten des Baumes angebracht sind
und zur Befestigung der Steigbügelriemen

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