Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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SATTEL.

eines Pantoffels hat. Die linke Satteltasche
ist gross und reicht nach vorn weit über
den Sattelbaura. Sie dient als Unterlage für
das rechte Bein. Zur erhöhten Befestigung
des Sattels wird oft ein Sattelübergurt, der
meist unter der linken, kleinen Satteltasche
hervorkommt, angelegt. Mitunter ist der Sattel
(Fig. 1662) mit einer Lehne versehen, die
eine Verlängerung des rechten Hornes bildet
und bis zum After reicht.

Fig. 1661. Damensattel,

Fig. 1662. Damensattel mit Lehne.

Eine eigene Art des Damensattels ist der
Pachter-, auch Esel- und normannische Sattel
genannt (Fig. 1663). Der Sitz, ein völliger
Quersitz, während beim eigentlichen Damen-
sattel die Front der Reiterin der Längsrich-
tung des Pferdes entspricht, gleicht einem
Stuhlsitz mit Rücken- und Seitenlehnen. An
Stelle des Steigbügels dient ein mit Leder
überzogenes Brettchen, das mit zwei durch
die Satteltasche gezogenen Lederriemen ge-
halten wird und beiden Füssen zur Rast be-

stimmt ist. Der Pachtersattel wird besonders
von Pächterfrauen in der Normandie benützt,
aus welchem Grunde er auch seinen Namen
erhalten hat, dann wird er aber von des Rei-
tens unkundigen Damen, sogar von Herren als
bequemer, sicherer Sitz angewendet.

Die anderen Arten von Reitsätteln fallen
alle mehr oder weniger in die vorgenannten
Arten. Der deutsche und französische Schul-
sattel ist ein auch mit Hinterbauschen ver-
sehener deutscher, bezw. französischer Sattel.
Der Reise- und Couriersattel sind englische
Sättel, mit mehreren kleineren Einrichtungen
zur Befestigung von Gegenständen, als Ta-
schen u. s. w., versehen. Der amerikanische
Sattel (Fig. 1664) ist ein englischer (Doppel-)

Fig. 1663. Pachtersattel.

Fig. 1664. Amerikanischer Sattel.

Sattel. Ebenso ist der Rennsattel (Fig. 1668)
ein besonders leichter, aber dauerhafter eng-
lischer Sattel, bei dem häufig ein durch
Schlaufen, die auf den Satteltaschen ange-
näht sind, gezogener Uebergurt in Anwen-
dung kommt. Der ganze Sattel wiegt oft nur
bei 3 kg. So gibt es eben verschiedene Arten
Sättel, die sich meist nur in leichterem oder
schwererem Bau und in der Ausstattung unter-
scheiden. An älteren und fremdartigen Sätteln
gibt Fig. 1666 den alten Rittersattel, Fig. 1667

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