Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Neunter Band (S - Stallspringer)
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SATTELDECKE. — SATTELDRUCK.

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den normannischen und Pig. 1668 den arabi-
schen Sattel wieder.

Eine besondere Sattelart ist der freilich
nicht für den Reitdienst zu benützende Pack-
oder Saumsattel. Derselbe besteht aus dem
Sattelbaum und dem Kissen. Ersterer wird
aus zwei gekrümmten Hölzern, die quer über
den Rücken des Lastthieres gehängt werden
und die durch Stege verbunden sind, gebil-
det. Unter diesem Holzgerüst liegt ein ähn-

Satteldruck. Alle Läsionen der Weich-
theile in der Sattellage, welche durch
drückende oder reibende Einwirkung des
Sattels, Kammdeckels oder Geschirres ent-
standen sind, werden als Satteldruck bezeich-
net. Dieselben können die grössten Verschie-
denheiten aufweisen, was von der Beschallen
heit einerseits des gedrückten Gewebes, an-
dererseits des einwirkenden Gegenstandes und
der Intensität und Dauer seiner Einwirkung

Fig. 1667. Norraänniaclier Sattel. Fig. 1668. Arabischer Sattel.

lieh wie jenes geformtes Kissen, das den
Druck der zu tragenden Last, die mit vier
Packriemen befestigt wird, abhält. Zum Fest-
halten des Sattels dient ein sog. Brust- und
Hinterriemen, die an dem Sattelbaum ange-
nagelt sind.

Als ein Mittelding zwischen Reit- und
Packsattel kann man die sog. Reitkissen oder
Pritschen bezeichnen. Das sind gepolsterte
Leder- oder Leinenkissen, die man sowohl als
Sitz des Reiters als auch als Unterlage für
fortzuschaffende Gegenstände benützt. Gn.

Satteldecke ist die gemeinschaftliche
Bezeichnung für Sattelüber- und Unterdecke
(s. d.). Grassmann.

abhängt. Als Ursache des Satteldruckes sind
anzuführen: schlecht construirte und schlecht
gearbeitete Sättel, schlechtes Auflegen von
passenden Sätteln, indem dieselben nicht an
dem gehörigen Orte, zu fest oder zu locker
lagen, die Sattelunterlage Falten bildete oder
fremde Körper unachtsamerweise mit einge-
klemmt wurden. Die Ursachen müssen ferner
im Thierkörper gesucht werden, insoferne eine
ungünstige Bauart desselben das feste und
ruhige Liegen des Sattels unmöglich macht.
Manche Pferde blähen sich beim Aufsatteln
jedesmal auf, so dass der Sattel später, wenn
der Thorax seine gewöhnliche Form ange-
nommen hat, nur mehr locker aufliegt und

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