Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Was das Aeussere des Hengstes betrifft, so
war er Fliegenschimmel mit Blässe und an
beiden Hintersassen weiss gestiefelt. Seine
Grösse betrug 14 Faust 2 Zoll (= 1 52 m). Der
Kopf war trocken und scharf geschnitten, das
Auge gross, frei, klug. Die Ohren waren etwas
gross, die Ganaschen ausdrucksvoll, die Lippen
fein, die Nasenlöcher weit geöffnet, der Kehl
gang weit. Der schön angesetzte Hals nahm
bei grosser Anstrengung etwas die Form
eines Hirschhalses an; der Schweif war hoch
angesetzt und wurde in hohem Bogen ge
tragen. Der Leib war schlank, doch etwas
lang im Bücken, der Widerrist scharf ge
schnitten, die Lenden gut geschlossen, die
Kruppe gerade. Die Extremitäten waren kurz
und trocken, doch hätte der Oberarm etwas
stärker sein sollen. An Hals, Flanken und
Schienbein hatte er mehrere Narben, die von
Lanzenstichen herrührten.
Im Jahre 1827 war Tajar noch voll ju
gendlichen Feuers und sehr schnell, er versah
damals, allerdings zuletzt, noch Beschäler
dienste. Seine Nachkommen waren so schön
und edel und meist grösser als er selbst. Er
lieferte im Ganzen 207 Fohlen. Der Hengst
ist niemals krank gewesen, doch konnte er im
Jahre 1830 nicht mehr ordentlich fressen, so
dass er altershalber im Mai jenes Jahres er
schossen wurde. Er hat also ein Alter von
31 oder 32 Jahren erreicht. Grassmann.
Talanum (von xaXav, tragen), die Waage.
Talcosa sulfurica — Magnesia sulfurica,
die schwefelsaure Talkerde. Anacker.
Talcum, Talk. In Gängen älterer Gebirge,
besonders in Bayern, Schottland und Schweden
vorkommendes Silicat, natürliche kieselsaure
Bittererde, Magnesium silicicum (Talcum
Venetum), weich und fettig sich anfühlender,
weisser Talkstein (Speckstein, Täteatit),
welcher in fein gepulvertem Zustande, Talcum
praeparatum, als Streupulver gegen stark
nässende Ausschläge u. dgl. medicinische An
wendung findet, zuweilen auch mit anderen
Arzneimitteln, wie Blei, Zink, Wismuth etc.
verbunden wird. Die Mischung mit Salicyl
säure (3), Stärkemehl (10), und Talk (87)
bildet das jetzt beliebteste Streupulver gegen
Fussschweiss, Pulvis salicylicus cum Talco.
Auch innerlich wird Talk zuweilen als Styp-
ticum mit Milch gegen Diarrhöen verwendet,
ebenso zum Bestreuen von Pillen, als Exci-
piens für metallische Mittel (statt Argilla
mit Höllenstein), zum Schminken und Pudern,
zu Zahnpulvern, als Verbandpulver, als Hae-
mostaticum bei Capillarblutungen, sowie als
Federweiss (Federalaun, Alumen plumosum,
Varietät der Hornblende), zu Schlupfpulvern etc.
Die Darstellung des reinen Talkes geschieht
jetzt auch auf elektrolytischem Wege aus
Magnesiumchlorid. Vogel.
Talfl. Festes thierisches Fett, das Tri
glycerid besonders der Stearinsäure. Seine
Verwendung s. Sebum.
Talgbälge, s. Flotzmaul.
Talgfollikel, s. Flotzmaul.
Talk, Talkerde. Magnesiumsilicat, siehe
Talcum.

Talkstein, s. Talcum.
Tallös, in Ungarn, Comitat Pozsony,
liegt ungefähr 7 km von Galänta und ist
eine dem Graf Mihäly Esterhazy gehörige
Besitzung. Dieselbe enthält einen Flächen-
raupa von ungefähr 5000 Joch — 1733 65 ha.
- Das hier unterhaltene Vollblutgestüt
wurde bereits von dem Vorbesitzer, dem
Grafen Anton Esterhazy, im Jahre 1860 an
gelegt. Zur Bedeckung der Stuten wurden
anfänglich ärarische Hengste benützt, dann
aber auch eigene Beschäler aufgestellt.
Die Ausnützung des Gestütes geschah
früher von Graf Anton, welcher im Juli
1889 starb, durch Verwerthung der Pferde
auf der Rennbahn, später aber führte er den
Jährlingsverkauf ein, der auch heute noch
besteht, und je nach Güte der Fohlen für
je eines Preise von 1000 bis 8000 Gulden
brachte. Aus dem Gestüt sind manche gute
Pferde hervorgegangen, die theils die Farben
ihres Züchters, theils anderer Besitzer, in
deren Hände sie übergegangen waren, mit
Erfolg auf der Bahn trugen.
Vor Allem ist die 1868 gezogene Stute
In View v. Prime Minister a. d. Elgiva zu
nennen, welche als Zweijährige bei drei Ver
suchen ungeschlagen blieb und im folgenden
Jahre das österreichische Derby gewann.
Weitere Erwähnung verdienen Pferde, wie:
Falsacapa, Parsifal und der Buccaneer-Sohn
Tallös a. d. Voltella, welcher sich den grossen
Preis von Baden-Baden holte. Am bedeutend
sten ist aber wohl der Doppel-Derbysieger
Zsupan v. Peter a. d. British Queen, der dem
Baron Rothschild im Jahre 1887 das öster
reichische und das norddeutsche Derby ge
wann.
Gegenwärtig (Anfang 1892) zählt das
Gestüt 2 Beschäler und 9 Mutterstuten, so
wie 6 Jährlinge. Die beiden Hengste sind:
Bajtärs v. Buccaneer a. d. Voltella und Baka
v. Bajtärs a. d. British Queen. Unter den
Mutterstuten, deren Zahl bis vor Kurzem 10
betrug, befindet sich eine Halbblutstute. Die
übrigen vollblütigen Stuten sind: British
Queen v. Blair Athol, Fairy Ring v. Maca-
roni, Misa v. Buccaneer, Bel Esperanza v.
Beauclerc, Goldenring v. Bajtärs, Lady An-
glesey v. Beaudesert, Content v. Child eric und
Hanna v. Hastings. Die Farbe der Stuten ist
braun oder fuchsig.
Ausser Hafer und Heu werden im Gestüt
auch gekochte Gerste und gelbe Rüben als
Futtermittel benützt. Die Aufsicht führt ein
Gestütmeister, dem zur Wartung und Pflege
der Pferde die erforderliche Zahl Stallknechte
unterstellt ist. Grassmann.
Talpa s. talparia, der Maulwurf, die
Maulwurfsgeschwulst oder Genickbeule. Anr.
Talus (von xaXäv, tragen), das Rollbein
im Sprunggelenk. Anacker.
Tamarindenbaum, s. Tamarindes Indica.
Tamarindus Indica. Indischer Tama
rindenbaum, baumartige Caesalpiniacee
L. XVI der Tropen, deren Früchte sichel

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