Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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gleichnamigen Station der königlich preussi
schen Staatseisenbahn Breslau - Oderberg
(-Wien) zwischen Katibor und Oderberg, etwa
15 km von der mährischen Grenze.
Tworkau ist eine dem Grafen Carl Saurma-
Jeltsch gehörige Herrschaft, welche einen
Gesammtflächenraum von rund 6200 Morgen
(— 1582 83 ha) umfasst. Etwa zwei Drittel
der gesummten Ländereien sind, da die Oder
3 km östlich des Ortes hiesst, schweres Oder
bruch, während der Best im Allgemeinen
zum lehmhaltigen Sandboden gehört.
Die hier betriebene Vieh- und Pferde
zucht ist ziemlich bedeutend.
Der Bindviehstapel ist aus einer Kreuzung
Holländer und Oldenburger Viehes hervor
gegangen. Derselbe dient vorzugsweise dem
Molkereibetriebe, indessen wird aus ihm all
jährlich auch eine grössere Zahl Viehes ge
mästet sowie auch zum Zugdienst verwendet.
Die ganze Heerde zählt bei 440 Köpfe.
Die Schäferei ist auf Wollproduction
gerichtet und besteht aus ungefähr 1500
Merinoschafen.
Das hier unterhaltene Gestüt wurde
bereits im Jahre 1850 von Graf Gustav
Saurma-Jeltsch angelegt. Die Stuten waren
meist Landstuten, nur einige englische Voll
blüter waren später unter ihnen. Von solchen
sind aus der letzten Zeit Edith und Mont-
rairail besonders erwähnenswerte Als Be
schäler werden seit dem Jahre 1852 ständig
Vollbluthengste benützt. Das Gestüt besass
solche theils eigenthümlich, theils wurden
fremde in Anspruch genommen. Die ersteren
waren Traveller, Young d’Egville, Fourteen,
Schegoleff, Macbeth und Aristodith, während
Graf Henckel’s Monarch und Graf Larisch’s
Bichmond, sowie die königlichen Landbe
schäler Euclit, Waterloo, Esperato und Ari
stodemus zu letzteren gehörten. Seit Anfang
der Achtzigeijahre werden nun auch Beschäler
kaltblütiger Schläge verwendet, so dass das
Gestüt gegenwärtig (Mitte 1892) neben dem
im Jahre 1888 selbst gezogenen Vollbluthengst
Young Picollos v. Picollos a. d. Montmirail
v. Milton einen belgischen Hengst besitzt.
Vor dessen Aufstellung wurden kaltblütige
Landbeschäler für diese Zuchtrichtung be
nützt.
Die Stutenheerde zählt bei 20 Köpfe
und ist aus der eigenen Zucht hervorgegangen.
Zwei Drittel von ihnen sind Halbblutstuten,
die von englischen Vollbluthengsten erzeugt
werden. Die fiebrigen sind Kreuzungsproducte,
die aus der Paarung solcher Halbblutstuten
mit Percheron- oder belgischen Hengsten
hervorgegangen sind. Im Allgemeinen haben
die Stuten eine Grösse von 1'65 bis 1 68 m.
Die Halbblüter sind durchwegs von dunkel
brauner Farbe, während die mit belgischem
Blute untermischten Stuten ein lichtbraunes
Haarkleid besitzen und die Percheronkreu-
zungen Bothschimmel sind.
Das mit solchem Material verfolgte
Zuchtziel ist ein gängiges Acker- und edles
Kutschpferd.
Die Zahl der jährlich im Gestüt gezogenen

Fohlen beträgt 8—10 Stück, so dass bei
einer Gesammtzahl von 104 Pferden ein
schliesslich aller Ackerpferde 28—36 Fohlen
bis zu 3V a Jahren vorhanden sind. Die Auf
zucht der letzteren geschieht in Stall
fütterung, doch finden die Fohlen hinreichend
freie Bewegung in Koppeln. Die ihnen ver
abreichten Futtermittel betragen pro Kopf im
im Winter: Stroh nach Bedarf, 2‘/ a kg Hafer
und ebensoviel Heu. Im Sommer aber wird
neben l 1 /, kg Hafer Grünfutter nach Fress
lust der Fohlen gegeben.
Der grösste Theil der Aufzucht dient
den eigenen Zwecken als Acker-, bezw. Beit-
und Wagenpferde. Die entbehrlichen edleren
Fohlen werden an die Bemonteankaufscom-
mission oder an Private zu Preisen von 400
bis 600 Mark das Stück verkauft.
Die obere Leitung des ganzen Wirth
schaftsbetriebes, also auch die des Gestütes,
liegt in den Händen eines Oekonomiebeamten,
z. Z. in denen des Oberamtmannes Krause.
Zur Wartung der Hengste und Fohlen werden
zwei besondere Leute gehalten, für die Stuten
sind solche nicht erforderlich, da sie in den
Gespannen stehen.
Ein besonderes Gestütbrandzeichen kommt
nicht zur Anwendung. Grassmann.
Tyloma (xd xokop.« von xoXoöv, ver
härten), das Verhärtete, die Schwiele,
Callositas, das Product der Tylosis
(xohiua:?, das Schwieligwerden). Adj. tylo-
ticus (xoXumv.ds), verhärtet, schwielig, mit
Schwielen behaftet. Tyle, Tylos, Tylus
(tuXvj, xöXoc), die Schwiele, die Verhärtung,
seil. der Haut. In der Pathologie werden die
Namen Tyloma und Callositas, d. h. also
Schwiele synonym gebraucht. Man versteht
darunter Verdickungen der Haut, insbeson
dere der Epidermis. Diese Verdickungen
sind mit der Haut verschiebbar, haarlos,
rauh, rissig, schuppen sich oberflächlich ab,
sind von grauweisser oder graugelblicher
Farbe und insoweit, als sie eine Hypertrophie
der Epidermis darstellen, auch empfindungs
los. Sie entstehen infolge von wiederholten
Hyperämien und superficiellen chronischen
Entzündungen der Haut und entwickeln sich
nach öfters wiederholtem Drucke der Theile,
beim Aufliegen der letzteren auf hartem
Boden, beim Beiben etc. Derartige Schwielen,
von mir speciell mit Callositas, Callus,
Callum bezeichnet, finden sich beimMenschen
z. B. häufig in den Volarflächen der Hände
oder an den Plantarflächen der Füsse; bei
den Thieren kommen sie viel seltener vor,
finden sich aber auch da nicht gerade
selten, z. B. unter der vorderen Fläche des
Carpal- oder der des Kniegelenkes der Ka
rneole und Dromedare, zuweilen am Ellen
bogen-Fersenhöcker bei Hunden oder in der
Kettenlage am Grunde der Hörner des Bindes.
Mit Tyloma, resp. Tylomata, Haut
schwielen, bezeichne ich speciell jene Ge
schwülste, die sich meistens in mehrfacher
Zahl und in verschiedener, jedoch mässiger
Grösse, häufig infolge von Kummetdruck in
dem Bindegewebe unter der Haut,

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