Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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Unguentum tripharmicum. Eine frühere
Bezeichnung für die Bleisalbe, Unguentum
Plumbi. Vogel.
Unguentum universale,Universalsalbe.
Eine Verbindung von Bleiessig, Rüböl und
Schweineschmalz für thierärztliche Zwecke
(Ph. Dan.). Jetzt ausser Gebrauch. Vogel.
Unguentum Veratrini, Veratrinsalbe.
Das Alkaloid Veratrin 0'2—10 wird erst mit
etwas Olivenöl 10 angerieben und dann mit
Schweinefett oder Paraffinsalbe 10-0 ver
mischt. Die Verbindung hat stark reizende
Eigenschaften und wird in der Pferde- und
Rinderpraxis zu Einreibungen gegen chro
nischen Muskelrheumatismus (Buglähme, Is
chias) verwendet, ebenso auch als ableitendes
Mittel statt der Cantharidensalbe und zum
Einstreichen in Fontanelle (01—0 2 :15 Fett).
Mehr im Gebrauch als Antirheumaticum steht
die weingeistige Lösung (Veratrin 0'1—0 3
mit 10'0 Spiritus), auf zweimal in zwei Tagen
subcutan injicirt. Vogel.
Unguentum vesicans, blasenziehende
Salbe, Vesicatorium. Unguentum irritans,
Reizsalbe. Unguentum ad fonticulos. Fonta
nellsalbe, Scharfsalbe, Cantharidensalbe, siehe
Unguentum Cantharidum.
UnguentumZinei, Zinksalbe. Unguentum
de Nihilo albo, weisse Nichtssalbe. Aus
rohem Zinkoxyd (Zincum oxydatum, Flores
Zinci, Zinkblumen) mit 9 Schweinefett dar
gestellt (Ph. G. III.). Die Ph. A. nahm frü
her statt Schweinefett Rosenpomade, die
neueste Auflage schreibt vor, 2 Theile
Zinkoxyd mit ebensoviel weissem Wachs,
1 Theil Mandelöl und 10 Theilen Adeps
Benzoinatus bei leichter Wärme zusammen
zuschmelzen. Die leicht antiseptischen Zink
blumen sind bei äusserlichem Gebrauche ein
mildes Adstringens und findet die Salbe
hauptsächlich Verwendung als ein die Heilung
durch Trocknen secernirender Flächen an
strebendes Deckmittel bei Excoriationen,
nässenden Exanthemen, eiteriger Dermatitis,
schlaffen Granulationen, chronischer Otorrhöe,
sowie als Augensalbe bei chronischen Binde
hautkatarrhen, varicöser Ausdehnung der con-
junctivalenGefässe, leichterTrübung der Horn
haut (Augenbalsam). Zu bemerken ist, dass bei
acuten Ophthalmien eine leichte Aetzung die
Folge ist. Früher wurde zu denselben Zwecken
statt des Metalloxydes das kohlensaure Salz,
Zincum carboni cum (besonders der natür
lich vorkommende Zinkspath [Galmei, Lapis
calaminaris)) verwendet, jetzt ist dasselbe
ausser Gebrauch gekommen. Vogel.
Unguinosus (Unguen, Fett), fett oder
fettig, fetthaltend, salbig. Vogel.
Unguis (von ovo?, Nagel), der Nagel an
Zehen etc., die Blinzhaut^itzündung, der
schmale Theil des Blumenkronenblattes. Anr.
Unguis (botanisch). Der Nagel, als der
untere schmale stielförmige Theil der
Blumenblätter (Petala), zum Unterschied von
der Platte (Lamina), welche den oberen aus
gebreiteten, blattförmigen Theil derselben
darstellt. Unguiculata heissen die viel
blätterigen Petala, wenn sie mit deutlichem

Nagel versehen sind, wie dies z. B. bei den
langgestielten Blumenblättern der Federnelke
und Lichtnelke der Fall ist. Vogel.
Ungula (von unguis, Nagel), der Huf,
die Klaue.
Ungula annulata (von annulus, der
Ring), der Ringhuf.
Ungula caballina (von caballus, das
Pferd), der Huflattig.
Ungula contracta (von contrahere,
zusammenziehen), der Zwanghuf.
Ungula cümulata (von cumulare, zu
sammenhäufen), der Vollhuf.
Ungula nimis recta (von nimis, zu
sehr; rectus, gerade), der Bockhuf.
Ungula plana (von planus, eben), der
Flach- oder Platthuf. Anacker.
Ungulaten, s. Hufthiere.
Unicornu fossile, versteinertes Einhorn.
Unter den Namen „gegrabenes Einhorn“, Ebur
fossile („gegrabenes Helfenbein“), Ceratites
lapis, Cythomarga alba etc. wurden in früherer
Zeit die Knochen und Zähne diluvialer Thiere,
welche man sowohl in Höhlen, als auch in
entsprechenden Schichten am Lande ausgrub,
als Heilmittel in der Medicin verwendet.
Unsere Vorfahren hielten diese Knochen
reste theils für Erzeugnisse einer besonderen
schöpferischen Kraft der Erde, in welcher sie
dieselben wachsen liessen, theils für Einhorn-,
Drachen- und Dämonenknochen. In beiden
Fällen schrieb man ihnen geheimnissvolle
Kräfte in hohem Grade zu und man rühmte
sie durch Jahrhunderte als wirksame Heil
mittel gegen viele Krankheiten, namentlich
gegen Epilepsie, Herzklopfen, Herzkrankheiten
überhaupt, sowie als sch weisstreibende, auch
schweissvertreibende Mittel. Man findet ihrer
von den alten Schriftstellern Georg Agricola,
Oswaldus Crollius, Athanasius Kircher, Anselm
de Boodt, Praetorius, Schroederius, Mylius
und Anderen vielfach Erwähnung gethan.
Es waren hauptsächlich Knochen von Ursus
spelaeus, Hyaena spelaea, Rhinoceros ticho-
rhinus (dessen ungeheures Horn auf der Nase
einst für die Klaue des fabelhaften Vogel Greif
gehalten wurde), Elephas primigenius etc.
Koudelka.
Unilocularis (botanisch) einfächerig.
Der Fruchtknoten (Ovarium) vieler Pflanzen
schliesst entweder eine einfache Höhle ein,
oder es schlagen sich die Ränder der Frucht
blätter (Carpellen) gegen die Mitte nach ein
wärts und bilden so nach dem Mittelpunkte
gerichtete Scheidewände (Dissepimenta), durch
welche die Höhle des Fruchtknotens in so
viel Fächer (Loculi) abgetheilt wird, als
Carpellen an der Bildung derselben bethei
ligt sind. Nach dieser Zahl heisst das Ovarium
einfächerig, uniloculare oder zweifächerig,
dreifächerig, biloculare, triloculare u.s.w.
Vogel.
Unipes (von ünus, einer; pes, der Fuss),
einfüssig. Anacker.
Unipolaris (von unus, einer; icdkoc, Achse),
einachsig, mit einem Ausläufer versehen. Anr.
Universalmittel, Allheilmittel. Remedium
universale, s. Panacea.

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