Titel:
Encyklopädie der gesammten Thierheilkunde und Thierzucht ; Zehnter Band (Stall und Stallbau - Verbrennen)
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einen unregelmässig gezackten Kern. Während
der Thätigkeit werden sie kleiner, dicht
granulirt, getrübt und leichter färbbar; dabei
verschwinden die Zellgrenzen, während die
Kerne eine kugelige Gestalt annehmen.
Die Thränenfiüssigkeit wird ununter
brochen secernirt, so dass der Augapfel an
seiner vorderen Fläche stets von einer Flüs
sigkeit benetzt ist.
Als Secernirungsnerven sind der N. lacri
malis, subcutaneus malae und der N. sympa-
thicus anzusehen. Bei Reizung derselben wird
die Thränensecretion angeregt; die Reizung
des N. sympathicus bedingt eine Trübung des
Secrets. Bei der Durchschneidung der genannten
Trigeminusnerven tritt nach einigen Tagen die
sog. paralytische Secretion ein. — Die genannten
Nerven sind auch reflectorisch erregbar, z. B.
durch Reizung der Nasenschleimhaut und der
vorderen Bulbusfläche und auch des N. opticus
(durch starken Lichtreiz). Auch bei Gemüths
bewegungen und beim Lachen erfolgt stärkere
Thränenergiessung, zuweilen auch beim Husten
und Erbrechen.
Abführung. Die Fortführung der Thrä
nen zwischen dem Bulbus und den Lidern
geschieht durch Capillarität. Dabei wirkt der
» periodische Lidschlag vertheilend. Die weitere
Abführung geschieht durch die Thränen-
röhrchen, Thränensack und Thränencanal, so
dass die Thränen in die Nasenhöhle gelangen.
In die Thränenröhrchen gelangen sie durch
Heber- und Saugwirkung (durch den Homer-
sehen Muskel, welcher bei jedem Lidschlage
den Thränensack erweitert). Ein erheblicher
Theil der Thränen wird im Thränencanale
resorbirt. Bei starker Absonderung fliessen
die Thränen über den unteren Lidrand und
die Wangen ab.
Beschaffenheit und Zusammen
setzung. Die Thränenfiüssigkeit ist hell,
wasserklar, reagirt alkalisch und besitzt einen
schwach salzigen Geschmack; sie besteht aus
98'2% Wasser, 0‘5% organischen und 1'3%
anorganischen Bestandtheilen. Die ersteren
bestehen aus Albumin Spuren, Mucin und
Fett, die letzteren aus Chlornatrium u. dgl.
Zuweilen sind Rundzellen und Epithelzellen
in denselben nachweisbar.
Nutzen. Die Thränen befeuchten den
Bulbus, schützen die Cornea vor Trübung und
Eintrocknung und schwemmen Staub und
Schmutz, überhaupt die kleinen Partikelchen
weg, die auf die freie Corneafläche gelangen.
Ettenbcrgcr.
Thucydides, ein von Graf PI essen auf
Ivenack im Jahre 1808 gezogener Halbblut-
Hengst, v. Herodot a. e. Ivenacker Stute.
Derselbe wurde im Jahre 1810 für das gross
herzoglich mecklenburg-schwerinsche Haupt
gestüt zu Redefin als Beschäler angekauft
und ging später, 1819, an das daselbst be
findliche Landgestüt über. Hier wurde er be
nützt, bis er im Jahre 1830 Alters halber
getödtet wurde. Grassmann.
Tiaret, in Algerien, Afrika, liegt in Oram
der östlichsten Provinz dieses zu Frankreich

gehörigen Landes, am nördlichen Abhange
des Atlasgebirges.
Etwa 7 km von dem Städtchen Tiaret,
bereits in der zum Hochplateau des Gebirges
gehörigen Region, liegt eine gleichfalls Tiaret
genannte Staatsbesitzung, auf der ein Militär
gestüt erhalten wird. Dasselbe wurde in den
Siebzigerjahren angelegt.
Das zum Gestüt gehörige Gelände um
fasst einen Flächenraum von etwa 1100 ha
und lehnt sich im Norden an einen Berg-
ausläufer des Dschabel Schabul, der es gegen
Nord- und Nordwestwinde schützt. Nach
Süden zu reicht es bis zum Fusse des Nador,
der eine Schutzmauer gegen die Wüste bildet.
Hier liegen auf den höchsten Stellen des
Plateau die für das Gestüt getroffenen Ein
richtungen, als Ställe, Paddocks u. s. w sowie
der Wirthschaftshof. Rund um denselben
dehnen sich die Ländereien aus, deren öst
licher Theil aus umfangreichen, von Gewäs
sern begrenzten Wiesen und Weiden besteht.
Diese Wiesen erstrecken sich weiter gegen
Süden bis 2 und 3 km in die Gebirgspartien
hinein. Von dieser Seite ist das Gestüt durch
einen Grenzposten gesichert. Die Wiesen und
Weiden liefern zur Regenzeit ausgiebige
Futtermengen, da anders die Trockenheit das
Wachsthum der Kräuter hindert. Letztere
ist so gross, dass die kleinen Bächlein nur
zur Regenzeit Wasser in ihren Betten führen.
Von den weiten, im Allgemeinen flachen
und nur von kleinen Höhenzügen durch
schnittenen Ländereien werden kaum mehr
als 300 ha bebaut, vornehmlich mit Gerste
und zu einem geringeren Theil mit Hafer.
Trotzdem wird nicht nur der Wirthschafts
bedarf gedeckt, sondern es können noch all
jährlich beträchtliche Mengen Stroh und bei
15.000 bis 20.000 kg Getreide an Staats
magazine abgeliefert werden.
Nach den Mittheilungen im „Journal
d’Agriculturc,“ dem dieseAngaben entnommen,
besass das Gestüt, das ganz unter militäri
scher Leitung steht, im Jahre 1888 unter
einem Gesammtbestande von etwa 118 Pferden
4 Beschäler und 30 Mutterstuten. Zwei der
Hengste waren reinblütige Berber, einer ein
Vollblut-Araber und der vierte ein Vollblut-
Anglo-Araber. Die Stuten sind gleich den
Hengsten theils reinblütige Berber und
Araber, theils Anglo-Araber. Jüngere Pferde,
solche im Alter von 1 bis 4 Jahren, besass
das Gestüt etwa 80 Köpfe.
Sämmtliche Thiere sind äusserst zutrau
licher Sinnesart und verrichten daher
alle ihnen zugemuthete Arbeit willig. Die
Hengste werden geritten und die Stuten zu
jeglichen landwirthschaftlichen Verrichtungen,
wie im Reit- und Fahrdienst verwendet. Ausser
ihnen sind für den Zug- und Spanndienst
noch 22 Maulthiere vorhanden. Die Fohlen
werden schon sehr frühzeitig an Thätigkeit
gewöhnt. Im Alter von 1% Jahren werden
sie unter leichtem Gewichte geritten und mit
2 Jahren tragen sie den Sattel und werden
in allen Gangarten geübt. Im dritten Jahre
machen sie ein sechsmonatliches Training

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