Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN672223104/188/
Viertes Capitel-
Wasserergießungcn.
h. 262. Sobald als die feindlichen Einwirkungen größere Stö
rungen veranlaßt haben, als die Entzündung durch die sogenannte
Zertheilung wieder gut machen kann, so werden die oben schon er
wähnten Uebergänge eintreten, die aber nach dem Grade der Verle
tzung , der Beschaffenheit des gesummten Organismus, so wie des be
leidigten Gebildes, und endlich der geleisteten thierärztlichen, zweck-
öder unzweckmäßigen Hülfeleistung auffallend verschieden seyn werden,
wovon wir als den dritten Uebergangsgrad die Ausschwitzung nicht ge
rinnbarer Flüssigkeiten oder Wasserergießungen annehmen wollen, die
die bekannten Krankheitsformen darstellen, die wir als Wasserblasen,
Wassergeschwülste und Wassersüchten u. s. f. in der Folge noch näher
zu keniien Gelegenheit haben werden. Da sich aus dem Vorausge
schickten mit großer Wahrscheinlichkeit gezeigt hat, daß der innere Ent
zündungsprozeß sich vorzüglich in jenen Gebilden zunächst entwickeln
dürfte, die zu ihrem Grundbau als Bildungsmaterial Zellengewebe
besitzen, und da in diesen selbst im gesunden Zustande fortwährend
eine Absonderung Statt findet, so wird, wenn sse entzündet werden,
eine vermehrte Secretlon schon deßwegen eintreten müssen, als die Ent
zündung einen krankhaft geänderten Lebensprozeß darstellt, wo das
Ableben ohne Vergleich rascher, als im gesunden Zustande vor sich
geht. Wenn nun das krankhaft Abgesonderte und Abgelebte nicht ge
hörig, das heißt bald genug, und Alles von den elnsaugenden Gefä
ßen weiter fortgeschafft wird, so tritt es vollständig aus dem Kreise
der Organisation aus, und macht Ergießungen, entweder in schon be
stehende oder neugebildete Höhlen, 'wodurch die bekannten Höhlenwas
sersuchten,'z. B. im Kopfe, der Brust, Bauche, Gelenken u. s. f.
oder sogenannte Sackwassersuchten entstehen; oder aber wird sich die
Oberhaut in Blasen in so fern erheben, weil wahrscheinlich durch die
Dunstlöcher der Haut nicht so viel und hinreichend schnell verdünsten
kann, als hier abgeschieden wird, wovon die Folge keine andere seyn kann,
als, das Abgeschiedene ergießt sich entweder in das Zellengewebe und
bildet mehr oder weniger ausgebreitete Wassergcschwülste, oder aber
werden, wie bereits oben erwähnt wurde, sich Blasen oder Bläschen
bilden, und so den leichtesten Grad der Wasserergießungen darstellen.
§. 263. Wenn wir die gesunden Verrichtungen jener Gebilde be
trachten, in welchen obige kranke Aenderungen Statt finden, so wird
man bemerken, daß sie nur in Absonderung von so viel Dünsten beste
hen, als entgegen immer gleichviel eingesogen werden kann z dort aber,
wo Wasseransammlungen angetroffen werden, muß nothwendig ein
Mißverhältniß zwischen der Einsaugung und Ausdünstung Statt finden.

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