Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
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schlechte Ernährung, Abmagerung, und in der Folge selbst den Tod
herbeyführen. Die Ursachen aber, warum in dem einen Falle die Nerven
empfindlicher, in dem ändern aber abgestumpfter werden, liegt wohl größ-
tentheils in ihrer Organisation, und da sie aus den nähmlichen Grund
stoffen wie die Muskeln und das Zellengewebe bestehen, so wird auch hier
in den quantitativen Verhältnissen obiger Grundstoffe der Grund ihrer
kranken Aeußerung zu suchen seyn. Wir sehen zwar Nerven, so wie
auch die beyden andern Grundformen durch mechanische, chemische oder
dynamische Einwirkungen, wenn diese ein gewisses Maß überschreiten,
bald thätiger, bald unthätiger werden; allein diese Abweichungen wer
den selbst nach Beseitigung der störenden Einwirkung längere oder kür
zere Zeit anhalten, welches aber der Fall nicht seyn könnte, wenn sie
nicht während und durch die feindliche Einwirkung in ihrer Organisa
tion geändert, gestört u. s. f. worden wären.
§. 28. Untersucht man aber die Quantität der Grundstoffe in den
drey Grundformen des thierischen Organismus, dem Zellengewebe, der
Muskelfiebcr, und den Nervenbrey, so wie auch alle tropfbaren, dunst
förmigen u. s. f. Flüssigkeiten, so wird man durch chemische Hülfs
mittel den Gehalt des Zünd- und Brennstoffes in einem jeden verschie
den finden, und es wird sich in der Zellenfaser zeigen, daß sich beyde in
einem ziemlich gleichen Verhältnisse antreffen lassen, dagegen in der
Muskelfieber vorwaltender der Brennstoff, und in dem Nervenbrey
häufiger der Zündstoff zugegen ist. Das Angeführte wird sich auch be
stätiget finden, wenn wir Thiere unter Verhältnisse bringen, wodurch
sie eine größere Menge des einen oder des anderen Grundstoffs aufneh
men können, wodurch denn auch viel sichtlicher in dem einen Falle die
bildende, in dem andern die bewegende und endlich die empfindende
Lcbensseite, oder Lebcnsäußerung hervortreten wird, sich aber alsogleich
zu ändern pflegt, sobald als die einwirkenden Verhältnisse abgeändert
werden.
§. 24. Wir haben nun aus dem bis jetzt Angeführten gesehen, daß
sowohl Bewegung, sowie auch die Empfindung, sowohl mittel- als un
mittelbar im Dienste der Bildung stehen. Dabey hat sich aber der Un
terschied ergeben, daß dazu bey der einen Thiergattung größere Bey
träge von der Bewegung, ein andermahl aber von der Empfindung noth
wendig sind, dem zu Folge wird aber auch die mehr nothwendige Le
bensäußerung nicht nur in einem größeren Verhältnisse, sondern auch
in einer größern Vollkommenheit angetroffen werden. Durch das Vor
walten entweder des Bildungs-, Bewegungs- oder Empfindungslebens,
sind aber mehrere Thiere, die eine dieser Eigenschaften in einem ausge
zeichnet hohen Grade besitzen, zu Hausthieren erhoben worden, wobey
durch eine zweckmäßige Pflege in Bezug auf Fütterung, Wartung u. s. f.
die vorwaltende Lcbensseite anderswo für die verschiedenen Bedürfnisse
des menschlichen Geschlechts verwendet werden kann. Man läßt dem

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