Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
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unter eine Vergütung leisten, und nebenbey noch einen reinen Gewinn
bringen. Allein diese Zustände find alle erkünstelt, daher das Leben von
seiner normalen Bahn abgebracht ist-, wodurch die betreffenden Thiere
nur eine relative Gesundheit genießen, die um so geschwinder beein
trächtiget wird, je mehr man ohne gehöriger Berücksichtigung mancher
erforderlichen Nebenumstände zu oft, zu schnell, zu viel und nicht auf
die gehörige Art die Jungen, Milch, Wolle, Federn «. s. f. denselben
entzieht.
Da der Dünger eines der Haupttriebfedern jeder Landwirthschaft,
vorzüglich des Feldbaues ist, so werden die landwirthschaftlichen Thiere
oft in äußerst ungünstige Verhältnisse gebracht, damit dabey so wenig
als möglich von ihren gröber» Exccementen verloren geht; um nun die
ses vollständig zu erreichen, wird die Stallfütterung eingeführt, wo
bey aber in vielen Fällen weder der Stall, das Futter, noch die War
tung obigem Verfahren so entspricht, daß eine erträgliche Gesundheit
dabey bestehen könnte. Gleichzeitig tritt auch noch eine Beschränkung
der willkührlichen Bewegung ein, wodurch eine Entzweyung der Lebens
thätigkeiten eintritt, und die Gesundheit noch mehr beeinträchtiget wird,
daß nicht selten langwierige Leiden die Folgen einer solchen Beschrän
kung sind. Schafe werden zwar selten einer vollen StaUfütterung un
terworfen, allein durch das sogenannte Pferchen werden sie nicht min
deren Unbilden ausgesetzt, wodurch sie zu Schwächlingen werden, die
entweder Krankheitskcime selbst entwickeln, oder aber dafür.empfängli
cher werden, und sie auch einander leichter mittheilen.
H. 38. Nicht selten wird man finden, daß der Viehstand in kei
nem Verhältnisse mit den Mitteln, zumahl Wohnung, Quantität und
Qualität des Futters und Getränks, so wie der sonstigen Pflege und
Wartung stehet. Ungeachtet dessen will man denn doch das Bildungs
leben vorzüglich emporheben, da doch die Bedingungen dazu verkannt
oder unzureichend sind. Die Folgen einer solchen Behandlung sind An
fangs nur eine schwächliche Gesundheit, welche früher oder später unter
liegt, weil noch in so ferne mächtig befördert wird, indem es mehr alS
wahrscheinlich ist, daß bey solchen Wartungs- und Fütterungsmiß
handlungen es sicher auch nicht an andern Schädlichkeiten fehlt. Es
wird sich dem Gesagten zu Folge auch jederzeit bewähren, daß jene
Seite des Lebens, mit der sich der Viehzüchter am meisten befaßt, auch
am meisten mißhandelt, und deßwegen auch am häufigsten und be
deutendsten erkranken wird-
h. 36. Nachdem wir gesehen haben, daß unsere Hausthiere wegen
besonderer Leitung des Bildungslebens bey ihrer vollen Gesundheit, die sie
im freyen Zustande genießen würden, nicht bleiben können; eben so wer
den wir auch finden, daß die zu große Entwickelung, so wie auch Ver
wendung des Bewegungslebens Schwächlinge erzeuge, und in den mei
sten Fällen mit Gebrechen befalle, die aus ihrer Verwendung fließen.

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