Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN672223104/316/
Zehntes Capitel.
Brand.
'§.£418. Wenn kn irgend einem Gebilde jede Lebensäußerung er
loschen ist, oder sich nahe dem Erlöschen befindet, so wird dieser Zu
stand Brand oder örtlicher Tod genannt. Die Erkenntniß des Bran
digen, zumahl im oberflächlich gelagerten Gebilde, ist nicht schwer, und
die Zeichen, durch die sie als solche erkannt werden, sind so auffallend,
daß wohl kaum irgend eine Verwechslung Statt finden kann. Sobald
als alle Thätigkeiten des Lebens verschwinden, das ist. sobald die cm-
psindenden, bewegenden und bildenden Kräfte verstummen, und die gemei
nen chemischen Kräfte allein herrschend zu walten beginnen, sobald ist in
so bestellten Gebilden das Leben für immer erloschen, sie sind abgestor
ben brandig, oder todt.
Nicht immer werden wir finden , daß der Brand sich auf gleiche
Weise und in einer gleichen Zeit entwickelt, sondern das Leben kann
von verschiedenen Seilen und in einem verschiedenen Grade bedroht,
und dann vernichtet werden; doch erfolgt das Absterben jederzeit nur
in so fern, als die Ernährung in dem abzusterbenden Theil aufgeho
ben wird. Die Ursache der aufgehobenen Ernährung beruht aber jeder
zeit in gestörter Bewegung zum Behufe der Zuführung der den Wie-
dcrersatz deckenden Nahrungsstoffe, so wie zur Entfernung der zum Aus
scheiden bestimmten abgelebten Theile. Da aber lebendige Bewegung
nur bey einem gehörigen Grad der Empfindung Statt findet, so wer
den wir auch sehen, daß nicht selten als vorzüglicher und erster Grund
des örtlichen Todes, eine zu gesteigerte, oder zu sehr beschränkte Em
pfindung angesehen werden müsse.
§. 419. So wie wegen Mangel an bildenden Stoffen der Brand
erfolgt, eben so werden wir nicht selten ein Absterben eintreten sehen,
wenn örtlich dem Organismus Stoffe aufgedrungen werden, die das
Gebildete so umändern, daß Bewegung und Empfindung dadurch geändert
oder selbst vernichtet wird, daß dabey dR Leben erlöschen muß; zu
weilen findet aber auch der entgegengesetzte UmstandSlatt, wo dem organi
schen Gebilden Stoffe entzogen werden, ohne denen sie nicht bestehen
können, und somit auch brandig werden müssen.
§.420. Dem bisher Gesagten zu Folge >'st;es ersichtlich, daß Alles,
was entweder die lebendigen Kräfte gänzlich entzweyt, und die Form,
das Gefüge und Gewebe der organischen Gebilde durch mechanische Ein
wirkung gewaltsam trennt, und endlich was chemjsch-wirkend das Mi-
schungsverhälkniß der die organischen Gebilde zusammensetzenden Be
standtheile» (Grundstoff), durch ein zu hohes Vorwalten des Brenn-
stoffigen oder des Zündstoffigen ändert, dadurch die Lebcnsthätigkeit ver

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66