Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
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Dunst- oder tropfbar flüssigen Form die Ausscheidung des Wasser-und
Kohlenstoffes leichter undchesser Statt finde. -
§. 73. Zu einer chemischen Wechselwirkung, selbst dann, wenn sie
das Leben leitet, ist ein flüssiger Zustand der auf einander wirkenden
Stoffe nothwendig; damit aber dieses Statt finde, so muß entweder
Flüssiges als Luft, Wasser, Wärme u. s. f. von außen in hinreichen
der Menge zugeführt, oder durch besondere Einwirkungen der Lebens
thätigkeit das Feste flüssig gemacht werden, doch darf dabey das gehö
rige Maß nicht überschritten werden, weil bey zu viel, so wie bey zu
wenig thierischen Feuchtigkeiten, das Leben gefördert wird, wie wir
dieses sehr auffallend sowohl in dem sogenannten cachcctischen und bran
digen Zustande sehen können.
UebrigenS muß jehoch auch bemerkt werden, daß zuweilen unsere
Hausthiere zumahl Rinder aus Noth und langer Gewohnheit mitdem
Mistpfützenwasser ihren Durst löschen müssen, ohne deswegen gleich krank
zu werden, ja man wird sogar finden, daß reines Wasser verschmäht
und die Mistjauche vielleicht der salzigen Bestandtheile wegen vorge
zogen wird.
§. 74. Der fünfte lebensbedingende Umstand ist eine gährungsfä-
hige Substanz oder Nahrungsmittel. Bey der Untersuchung der Nah
rungsmittel wird sich folgende Eigenschaft an ihnen wahrnehmen las
sen, nähmlich, daß sie in einem gehörigen Verhältnisse feucht, hinrei
chend erwärmt, in einer angemessenen Berührung mit der Luft und Licht,
in einen Zustand versetzt werden, den man Gährung nennt, welches
aber sonst nichts Anderes ist, als die wechselseitige chemische Einwir
kung der Bestandtheile des ga'hrenden Körpers und der gährungsbe-
dingenden Umstände, der Wärme, Feuchtigkeit, Luft und des Lichtes-
Unterwirft man nun jedes Material, welches als Intestinal-Nahrung
den Thieren dient, obigen gährungsbedingenden Umständen, unterbricht
man nicht durch Untereinanderschütteln die Wechselwirkung der Be
standtheile des gährcnden Körpers, verwendet man noch dazu einegrö
ßere Menge, so wird sich der Gährungsproceß entwickeln, und so durch
alle seine verschiedenen Gährungsstufen durchgehen, deren diesem Pro
cesse unterworfene Körper fähig sind.
Wenn nun Nahrungsmittel genossen werden, so bedarf es eben
jener Umstände, die wir bey der Gährung' als diese bedingend kennen
gelernt haben, um im Magen verdaut zu werden: wird aber ein oder
der andere gährungsbedingende Umstand, in einer zu großen oder in
einer zu geringen Menge, also den zu verdauenden Nahrungsmitteln
nicht angemessen, zugeführt; soentsteht eineStörung in der Verdauung
und bringt Unverdaulichkeit hervor.
§. 75- Nicht jedes Nahrungsmittel, das wir als solches kennen,
wird in jedem Magen in die sogenannte Magengährung, auch bey den
günstigsten, gährungsbedingenden Umständen übergehen, sondern durch

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