Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
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gewisse Eigenheiten, die schon in der Organisation des Thieres zumahl
den Werkzeugen die die Wahl, das Kauen, Schlingen, Verdauen
u. s. f- besorgen, und noch andere für uns noch nicht bekannten Um
stände gegründet sind, wird man sehen, daß die eine Thiergattung
auf die eine, die andere auf die andere Nahrung oder Futter angewie
sen ist, und im Falle etwas dem Thiere beygebracht wird, was zu
der ihm zugewiesenen Nabrung nicht gehört, so wird zwar ebenfalls in
dem Magen eine Gährung eintreten, alleirk diese ist ganz jener gleich,
die wir mit dem Nahmen der gemeinen Gährung bezeichnen, und de
ren Product, Zucker, Weingeist, Essig oder Ammoniak sind,- dagegen
die Magengährung wohl auch diese Producke mitunter hervorbringt,
doch dabey das Vorzüglichste in einer Umwandlung der Futterstoffe be
steht, woraus die Sauggefässe ein Material herausziehen, das zum
Wiederersatz des durch das Ableben Verlorengegangenen tauglich ist;
oft aber wird selbst noch mehr als ablebt, aufgenommen, welches vorzüglich
im jugendlichen Alter und bey der Mästung der Fall zu seyn pflegt.
§. 76- Untersucht man die gewöhnlichen Bestandtbeile der Nah
rungsmittel unserer Hauslhiere, so wird man finden, daß ste eben so
wie alle Körper der Erde aus Brenn- und Zündstoff bestehen, nur wird
man sehen, daß in den Körpern, die wir Nahrungsmittel nennen,
beyde diese Stoffe sich in einem gewissen Gleichgewichte befinden, wo
weder die einen noch die andern Grundbestandlheile auf irgend eine
Weise, durch irgend eine Erscheinung ibr Vorwalten auffallend ver
räth, und das je in einem ebenmäßigeren Berhältniffe,als sich diese beyden
Grundstoffe befinden, um desto nahrhafter sie auch zumahl für unsere
Hausthiere werden. Dieses eben Angeführte aber wird denn doch bey an
deren Thieren große Besonderheiten wahrnehmen lassen; wir werden
zuweilen Körper als Nahrungsmittel der einen Thicrgattung dienen se
hen , die bey einer anderen als ein kräftiges Arzeneymitlcl oder selbst
als Gift wirken würde; so gibt cs sehr viele Gewächse, die ohne aller
Gefahr von der einen Thicrgattung genossen werden, davon das an
dere entweder nur erkrankt oder gar stirbt. Worin aber diese auffallende
Erscheinung ihren Grund habe, dürfte wohl schwer vor der Hand mit
Sicherheitauszumitteln seyn, und wenn man sich dabey der chemischen
Ansicht zur Erklärung nicht bediente, so würde jeder Versuch, die
Wirkungsart darzustellen, vergeblich seyn.
§. 77. Wir sehen nach dem Genusse der Buttermilch die Pferdein
so bedeutende Koliken verfallen, daß sie dabey zu Grunde gehen; un
tersucht man nach dem Tode die Verdauungswerkzeuge, so findet man
dieselben entzündet und brandig: nun entsteht die Frage, wie kommt
es, daß das Pferd von dem Genüße der Buttermilch stirbt, ungeach
tet die Schweine sich dabey wohl befinden, und noch obendrein davon
sehr fett werden? Viele Pflanzen zeigen eine ähnliche Erscheinung, die
Lämmer z. B. sterben auf den Genuß der sogenannten Klatschrose, (Pa-

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