Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
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paver Rhoeas) ungeachtet andere Thiere davon nicht den geringsten Nach
theil verspüren, auch ist es bekannt, daß dieses Mittel häufig als eine
bockst milde Arzeney verordnet, und daß davon nie eine sehr auffallende
Wirkung beobachtet wird- Die Tollkirsche (Atropa Belladonna) wird von
pflanzenfressenden Thieren ohne Nachtheil selbst in bedeutender Menge
genossen, dagegen den Menschen und fleischfressenden Thieren schon
kleine Gaben tödtlich werden; man könnte noch eine größere Zahl ähn
licher Erscheinungen anführen, allein mit dem Angeführten sey es ge
nug, die große Verschiedenheit in der Wirkung des einen Körpers bey
einem und dem anderen Thiere zu zeigen. Die meisten Körper aber,
die wir zum Arzeneygebrauch verwenden, werden auf irgend eine Art
auffallend auf unsere Sinne wirken; untersucht man die Umstände,
woher dieses kommt, so wird man finden, daß in den allermeisten Fäl
len ein Vorwalten des einen oder des anderen Grundstoffesdaran Schuld
ist. Dieses Vorwalten aber ist entweder Folge des Uebergewichtes in
Bezug aufdieMenge, oder aber die geringeGebundenheit desselben, so zwar,
daß mancher Körper viel mehr Wasserstoff in seiner Verbindung enthält,
ungeachtet dessen aber sein Daseyn auf keine Art unsern Sinnen dar-
thut, ausgenommen wir nehmen chemische Hülfsmittel zur Hand, wo
durch wir uns dann davon überzeugen können; ein anderes Arzeney
mittel dagegen enthält viel weniger oben bezeichneten Stoffe, und doch
wird sich seine Gegenwart schon in der Ferne auf eine bestimmte Art
verrathen.
§. 78. Diese große Verschiedenheit in den Wirkungen der Nah
rungs-, Arzeneymittel und Gifte auf verschiedene,'Thiere und ihre man
nigfaltigen Zustände sind nur in so fern erklärbar, als wir dabey zu
gleich auch die Grundstoffe der organischen Gebilde, mit denen obige
Körper in Berührung kommen , und jene Mannigfaltigkeiten der Wir
kungen veranlassen, Rücksicht nehmen. Alle Grundgebiide der organi
schen Körper bestehen ebenfalls aus Zünd- und Brennstoff, doch ist nicht
der Gehalt überall derselbe, und verschieden nach den Parthien des
Körpers, und höchst mannigfaltig auch nach dessen Alter, und anderen
schon oben berührten Umständen. Wenn nun schon eine so große Ver
schiedenheit in einem und demselben Organism durch Alter, Geschlecht,
Verwendung, regel-und unregelmäßigen Einfluß der lebensbedingenden
Umstände u. s. f. möglich ist; um wie viel größer müssen nicht die Ver
schiedenheit in jedem Individuum, vorzüglich aber in jenen einer an
dern Gattung, Art. Ra^e u. s. f. seyn. Sobald als eine Verschie
denheit der Grundstoffe in organisch lebenden Körpern, in Bezug auf
ihre Menge, Gebunden- und Ungebundenheit nicht in Abrede gestellt
werden kann; so muß nothwendig die Wirkung eines und desselben
Körpers auch höchst verschieden in so fern ausfallen, als dadurch die
wechselseitigen Wirkungen der Grundstoffe des Organismus mit jenen

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