Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
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sichtlich seine Wirksamkeit zeigen, und kaum .irgendwo in den leben
digen Hergängen weniger verkannt werden können?, als hier.
Durch die Natur der Futterstoffe, so wie durch alle Umänderun
gen, die dieselben durch mechanische Einwirkungen, durch die Zumi
schung der Verdauungssäfte, durch die Wärme, durch den flüssigen
Zustand u. s. f- erleiden, sind schon alle Bedingungen gegeben, wobey
unter jedem Verhältnisse mehr oder weniger frey die chemischen Kräfte
ihre Wirksamkeit entfalten müssen, und die selbst durch das kräftigste
Leben nicht aufgehalten, wohl aber beschränkt oder anders modisicirt
werden können.
§. 96- Die lebendig chemische Thätigkeit bey dem Verdauungsgeschäf
te besteht sowohl in der Trennung, so wie auch Wiederzusammensetzung,
die durch diese Wechselwirkung zwischen den Grundstoffen der thierischen
Verdauungssäfte und denen der Nahrungsmittel zu Stande kommt.
§. 97. Somit hätten wir nun die lebensbedingcnden Umstände, so
viel es für den gegenwärtigen Fall nothwendig ist, einzeln und von
einander gerissen deßwegen betrachtet, weil nur durch eine theilweise
Beschauung cs möglich ist, das gesammte wunderbare Getriebe zu
überblicken, und den Geist zu ahnen, der als Bildung, Bewegung
und Empfindung innigst durch- und in einander greifend waltet.
§. 98. Wir werden in der Folge Gelegenheit haben zu bemerken ,
daß die allermeisten sogenannt innerlichen Krankheiten, den Grund
ihrer Entstehung in den zu wenigen oder zu vielen Einwirkungen de r
Lebensbedingungen haben, und daß durch Herbeyführung eines gehö
rigen Verhältnisses obiger Umstände, am mächtigsten dem Kcankfeyn nicht
nur vorgebeugt, sondern auch Gesundheit zurückgeführt werde.
Die electrischen und mit diesen verwandten Kräfte, ungeachtet sie
einen sehr mächtigen Einfluß aufdas Leben haben, so können sie wohl kaum
füglich als etwas für sich Bestehendes betrachtet werden, weil wahr
scheinlich ihre Erscheinungen durch die Wärme, Sauerstoff, Licht be
dingt werden. Sobald als die Lebensbedingungen im gehörigen Ver
hältnisse gegenseitig einwirken: so werden auch electrische Erscheinun
gen, wennauch nicht immer durch heftige Erschütterungen, Wärme und
Lichtentwickelungen verbunden, denn doch wahrgenommen, und es dürfte
sich mit den electrischen Erscheinungen hier eben so still verhalten, als wie
es bey der Wasserbildung im lebenden Organismus oft der Fall ist.
§. 99.Auffallende electrische, galvanische Wechselwirkungen sind daher
nur bey einem günstigen Zusammentreffen der Lebensbedingungen wahrzu
nehmen, und kommen um so mehr sichtlich zum Vorschein, je günsti
ger als das Zusammentreffen obiger Umstände ist. Daher werden wir
auch überall sowohl in dem Gebiethe der Atmosphärilien, so wie in dem or
ganischen als auch in dem sogenannten unorganischenReiche der Natur, der
Mineralwelt, ihr Daseyn wahrnehmen. Gewitter, Nordlicht, Erdbe
ben u. s.f. sind die auffallenden Erscheinungen obiger Kraft, deren Wirkun-

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