Titel:
Untersuchungen über die Erkenntniß, Ursachen, Behandlung der Entzündung und ihrer Uebergänge bey den nutzbaren Haussäugethieren
Personen:
Hayne, Anton Wikipedia
PURL:
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Act des Bildungslebens, und dieser ist die Fortpflanzung der Gat
tung : alle drey Lebensthätigkeiten müssen hier einen bestimmten Grad
ihrer Entwickelung erlangen, bis der Organismus fähig ist. obigen Ge
schäften mit gutem Erfolge vorzustehen, daher das zu jugendliche, so wie
das schon zu weit vorgerückte Alter zu obigem Behufe mehr oder we
niger untauglich wird.
Durch besondere Behandlungsweise wird bey unseren Hausthieren
eine oder die andere Seite des Lebens hervorgehoben und dann zu ver
schiedene» Zwecken verwendet, einmahl ist es das bildende Leben, ein
andermahl das Bewegungsleben, und zuweilen selbst, wenn auch nie
für sich ganz rein, das Empsindungsleben, dessen sich der Mensch zu
den mannigfaltigsten Absichten bedient, wodurch bald seine und seines
Eigenthums Sicherheit und Erhaltung, so wie auch Vergnügen und
Wohlstand erzweckt wird.
§. 103. Die Kunst aber, eine Seite des Lebens auf Kosten der an
deren zu heben, besteht darin, daß man schon bey der Auswahl der
Thiere zu einer oder der anderen Verwendung die Neigung zu einem
oder anderem Vorwalten des Lebens erkennt, welches sich theils schon durch
eine besondere Form, Abstammung, Alter u. s. f für den Geübten und
Unterrichteten auf den ersten Blick erkennbar macht: es bedarf ferner
nach getroffener Wahl nur noch einer gehörig modificirten Anwen
dung der oben angegebenen Lebensbedingungen, und man wird fin
den , daß nur dadurch jene Absichten erreicht werden können , nach de
nen jeder Viehzüchter oder Eigenthümer ringt.
Die genaue Kenntniß des Einflusses der Lebensbedingungen auf
eine oder die andere Seite des Lebens ist und bleibt die schicklichste
Handhabe, um die Eigenheiten desselben zu fassen, und nach Belieben
so oder anders zu leiten; ja in vielen Fällen sind wir selbst im
Stande, thierische oder vegetabilische Stoffe zu lebendigen Organis
men als Thiere oder Pflanzen zu erwecken die zwar auf der untersten
Stufe des Lebens bleiben, und die auf eigene Weise gestaltet, ohne
Erzeuger ihres Gleichen zu bedürfen, als Stammältern sich entwi
ckeln, und die ihre Lebendigkeit durch ihre Eigenheiten in der Bildung,
Bewegung und Empfindung deutlich darthun, und sich dann auch auf
die gewöhnliche Weise fortzupflanzen vermögen.
Dieses Wunder des mächtigen Einflusses einer gehörig geregelten
Einwirkung der lebensbedingenden Umstände zu erklären, sind wir eben
so wenig vermögend, als wir nicht im Stande sind, das höhere Leben
zu ergründen, und ungeachtet mehrere Umstände eintreten, die Aehn-
lichkeiten zwischen der Gahrung und dem niedersten Leben deutlich bli
cken lassen, so wäre es vor der Hand noch zu sehr gewagt, das Leben
eine Gahrung zu nennen.
?. 104. Die Aehnlichkeiten zwischen beyden, vorzüglich in Bezug
auf ihre Bedingungen, sind sehr auffallend, selbst die leisesten Spuren
der Bewegung, freylich keiner wilikührlichen, sind zugegenz doch dürste

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