Titel:
Die Physiologie als Erfahrungswissenschaft ; Erster Band
Personen:
Burdach, Karl Friedrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN679566244/450/
unter den Gasteropoden bei Helix und Limax u. s. w. Aber bei
diesem Verhältnisse kann die Befruchtung entweder gegenseitig (c.)
oder einseitig (b.) seyn. b) Bei einigen Mollusken übernimmt zwar
jedes Individuum die Rollen beider Geschlechter in der Begattung,
aber dessenungeachtet verhält sich das Eine bloß befruchtend und legt
keine Eier, daß Andere bloß empfangend, nicht befruchtend; in Hin
sicht auf das Wesentliche der Function ist also hier ein zeitlicher
Hermaphroditismus, und jedes Individuum ist in der Zeugung nicht
männlich und weiblich zugleich, ungeachtet es doch bei der Begat
tung Beides ist, und, wgs besonders bemerkt zu werden verdient,
ungeachtet der organische Bau sogar eine Selbstbeftuchtung gestatten
würde. Nach Gaspard (Nr. 185. VIII. S. 263.) begattet sich
Helix pomatia zweimal: 25 bis 30 Tage darauf legt nur das eine
Individuum seine Eier, und nach der 2 bis 3 Tage später erfol
genden zweiten Begattung legt das andere Individuum allein Eier.
c) In anderen Fällen gegenseitiger Begattung ist wahrscheinlich auch
die Befruchtung gegenseitig, aber Beides kann dabei auch abwech
selnd seyn, so daß beide Geschlechtsfunctionen an jedem Individuum
nicht gleichzeitig sind, sondern auf einander folgen. So sah Nitzsch
(Nr. 224. III. S. 399.) bei der stundenlangen Beobachtung der
Begattung von Holostomum, daß in steter Abwechselung die Ge
schlechtsöffnung jedes Individuums bald als Zeugungsglied in die
des Anderen eindrang, bald sich zurückzog und die vortretende des
Anderen in sich aufnahm, ohne daß dadurch die Verbindung im
Mindesten gelöst wurde, ä) Zweiseitig ist die Begattung bei Bu
lymus und Lymneus, indem ein Individuum zu gleicher Zeit gegen
ein Zweites männlich, gegen ein Drittes weiblich sich verhält; es
wird also eine Kette gebildet, in welcher das Individuum an dem
einen Ende bloß männlich, das an dem anderen Ende bloß weib
lich , das Mittlere hingegen auf beiderlei Weise zugleich sich verhält.
Durch den Ansatz mehrerer Individuen an Heiden Enden kann die
Kette verlängert werden, ohne wesentliche Veränderung. Ob etwas
Aehnliches zum Grunde liegt bei den Salpen, welche bisweilen in
20 Meilen langen Ketten an einander hängen sollen, ist noch unent
schieden. Uebrigens scheint es von der Individualität abzuhängen,
ob ein, solches hermaphroditisches Thier zweiseitig oder einseitig sich

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