Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/610/
wird um so sicherer seinen Zweck erreichen, je sorgfältiger diese
Mittel angewandt werden, doch muß das übrige bei der Harn
ruhr angeführte diätetische und medicinische Verfahren hierbei
ebenfalls befolgt werden. Uebrigens hat ein großes Pflaster
von Terpenthin (terebinthina communis) auf die Lendengegend,
so wie das Punctfeuer daselbst angewandt, neben einer zweck
mäßigen Diät, Nutzen geschafft.

Zweites Kapitel.
Von der Harnverhaltung, Harnstrenge, Harnzwang,
Harnkvlik. (Ischuria; franz.: Retention complete
(Turine, Ischnriei)
§. 557. Man nennt die Harnverhaltung vollkom
men, wenn, trotz der Anstrengung des Thieres, dasselbe durch
aus nicht harnen kann; wird indessen unter Beschwerden noch
etwas Urin abgesetzt, so nennt man die Krankheit Harnzwang,
dysuria; wird der Harn aber unter Schmerzen und nur trop
fenweise abgesetzt, so nennt man den Zustand stranguria. Beide
letztem Fälle kommen bei unsern größeren Hausthieren weit
seltener, als bei Hunden vor.
Kennzeichen.
§. 558. Das Thier stellt sich zum Harnen (Stallen), hebt
den Schweif, Hengste und Wallache schachten aus, Stuten öff
nen die Scheide und strecken die Clytoriö vor, drängen, aber es
erfolgt kein Harn, oder unter Beschwerden erfolgen nur einige
Tropfen, oder überhaupt sehr wenig Harn. Die kranken Pferde
rümpfen die Vorderlippe, und beißen aus Angst und Schmerzen
in Krippen und andere Gegenstände. Sie benehmen sich übri
gens wie Pferde, welche an entzündlicher Kolik leiden, daher
man bei jeder Kolik auch Harnverhaltung fürchten kann, und
dieserhalb sich sogleich von dieser Verbindung, ob sie vorhanden
ist, oder nicht, vergewissern muß.
Solche Pferde stehen mit den Hinterfüßen immer breit,
scharren mit den Vorderfüßen viel, sehen sich häufig nach dem
Leibe um, und treten oder trippeln mit dem Hintertheile hin
und her; streuet man ihnen Stroh unter, so stellen sie sich so
gleich zum Stallen, meistens ohne Erfolg, oder es erfolgt we

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