Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/614/
oben angegebene Art sobald als möglich zu entleeren suchen. —
§. 568. Wenn die Harnverhaltung durch einen Stein, der
sich in der Harnröhre (bei Ochsen) festgesetzt hat, verursacht
worden ist, so ist nicht lange zu besinnen, sondern die Operation
des Harnröhrenschnittes muß alsbald vollzogen werden,* **) )
wenn man das Thier nicht verlieren will. Uebrigens hat man
nur nöthig, die Harnröhre an der Stelle (über dem Steine),
wo sie noch gedehnt erscheint, nach den gegebenen Regeln ein
zuschneiden; es entsteht, bei dem Ausflusse des Harns, augen
blickliche Erleichterung und Aufhören der Symptome der Harn
verhaltung. Hüte man sich aber, mit der Operation, oder
mindestens mit dem gedachten Einschnitte zu lange zu warten,
denn eine oder einige Stunden Zögerung kann den Tod des
Thieres zur Folge haben. —
§. 569. Noch ist zu berücksichtigen, daß Harnverhaltungen
zuweilen, obgleich selten, durch Blasensteine veranlaßt werden,
diese Verhaltungen kehren zu gewissen Zeiten wieder, und ver
schwinden in der Regel nach einigen kolikähnlichen Anfällen von
selbst wieder, sie pflegen aber nach ungewöhnlichem und raschem
Gebrauche wiederzukehren.
Das Dasein der Blasensteine gibt sich noch durch den Ab
gang eines schleimigen, blutigen Urins (sobald die Verhaltung
vorüber ist) zu erkennen, welche durch Reizungen der Blase,
mittels des in ihr enthaltenen Steines, veranlaßt wurde, und
das Harnen geschieht in der Regel mit Anstrengungen, zuweilen
aber auch unwillkürlich. Da man solche steinkranke Pferde zu
letzt, wenn der Stein größer wird, nicht mehr gehörig gebrauchen
kann, seine Schmerzen sich mehren und öfters, ja häufig wieder
kehren, so ist, als das letzte Mittel, der Blasenschnitt **) in An
wendung zu bringen, der zuweilen schon mit glücklichem Erfolge
gemacht worden ist.
K. 570. In Folge der Harnverhaltung tritt zuweilen Läh
mung der Blase ein, und diese dauert noch einige Tage und
länger fort, daher kehrt die Verhaltung fast täglich wieder. Die
ses Wiederkehren muß man dann durch öfteres Einbringen des
Katheters und Ablassen des Harns verhüten, da dann die

*) Die nähere und specielle Beschreibung derselben ist im Lasten Kapi
tel, Seite 803 u. ff. meines Handbuchs der Akiurgie 2te Aust, gegeben.
**) Zwölftes Kapitel, Seite 614 meines Handbuches der Chirurgie.

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