Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/616/
Man findet Steine in der Blase oder in der Harnröhre,
wenn solche die Ursache der Verhaltung des Harns und des
Todes waren.

Drittes Kapitel.
Von dem Harnen eines stark eiweißstoffhaltigen Urins.
(Albuminerie Morbus, Brightii.)
H. 573. Diese Krankheit gibt sich zunächst durch den ab
gelassenen Eiweisstoff enthaltenden Harn zu erkennen, welcher
nach Bright beim Menschen in einer Veränderung der Structur
(Granulär Destruction) der Nieren, nach Glu ge aber auch in
Stearose (Fettablagerung) in der Substanz der Nieren bestehe,
oder ihren Grund habe.
Verhepen hat eine acute und eine kronische Form der
Albuminerie bei Pferden beschrieben und in der erstem trete
die Krankheit nach Art der entzündlichen Affectionen auf. Frost-
schauer, erhöhete Temperatur der Haut, Durst, Frequenz und
Härte des Pulses. Der mit Anstrengungen abgesetzte Harn
hatte eine dunkelbraune Färbung, erfolgte mehr tropfenweise als
im Strome, setzte dann fadenförmige, röthliche Flocken ab. Der
Gehalt an Eiweißstoff dieses Harns sei geringer, als in der
kronischen Form. Das Pferd zeigte besondere Empfindlichkeit
und Schmerz beim Drucke in der Lendengegend.
Ich habe diese acute Form der Albuminerie zu beobachten
nicht Gelegenheit gehabt, wohl aber die kronische Form, in wel
cher sehr viel eines, wie trübes Weisbier aussehenden dicken,
weisgelben Urins abgesetzt wurde, woraus sich das Eiweis schon
durchs Erhitzen desselben ausscheiden ließ.
Die Ursachen dieser Krankheit sind unbekannt, mindestens
nicht hinlänglich festgestellt und scheinen in der Eigenthümlichkeit
des Individuums, oder aber auch in der durch besonders be
schaffenes Futter bewirkten Umstimmung der Nierenfunction zu
lösen sein.
Die Behandlung ist in der acuten Form auf Herabstim
mung des Fiebers in der Entzündung durch dahin zielende Mit
tel zu richten, wobei auch Schleim und narkotische Stoffe ent
haltende Mittel (Bilsenkraut und Bilsenertract) und Alaun an
zuwenden sind; in der kronischen Form sind dagegen bei gutem

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