Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/656/
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rafft. Aber auch die Lämmer der grobwolligen Landschaft find
dieser Krankheit unterworfen. —
Sie befällt vorzugsweise die Spätlämmer, allein auch die
Frühlämmer bleiben unter Verhältnissen nicht davon verschont;
sie kommt am häufigsten in den Monaten März und April vor.
§. 94. Diese Krankheit äußert sich sowohl bei Lämmern
von 6 bis 8 Tagen alt, als bei andern von 14 Tagen des»
gleichen auch, wenn sie schon 3, 4 bis 5 Wochen alt geworden,
gleichviel ob sie schwach oder stark sind; letztere überstehen die
Krankheit in der Regel leichter, als die jungen, schwachen Lämmer.
Man unterscheidet eine krampfartige und eine gichtische
Form dieser Krankheit, doch kommen diese Formen nicht rein
für sich vor.
Kennzeichen.
§. 95. Das bis dahin muntere Lamm wird traurig, geht
nur steif und langsam umher, oder liegt viel, und springt nicht
einmal der Mutter freundlich entgegen, sondern nachdem dieser
träge Zustand ungefähr 24 bis 36 Stunden gedauert hat, steht
es nicht mehr ganz auf, sondern kann sich nur bis auf die Kniee
erheben, und rutscht und kriecht auf diesen weiter. —
Bei einigen Lämmern, oder, den Ursachen zufolge, auch bei
mehreren, enstehen Gelenkgeschwülste (der Sprung gelenke, Vor»
derkniee), die anfänglich sehr schmerzhaft sind und zuweilen in
Eiterung übergehen, zuweilen wasserschwülsig (ödematös) bleiben.
Das kranke Lamm ist nun sehr schlaff, die Augen sind bleich,
oder, so wie die Lippen und das Innere des Maules, blaß,
bleich und welk.
Bei vielen tritt nun, dem Grade der Krankheit nach, die
zuweilen aber auch sehr schnell steigt, Steifigkeit, oder Verdre
hung und Vorwärtsbiegung des Kopfes und des Halses ein, so
daß das gelähmte Lamm zu dem Euter des Mutterschafes nicht
gelangen kann, falls diesem nicht eine solche, dies anders bewir»
kende Lage oder Stellung gegeben wird. —
Ein solcher Zustand tritt schon mit dem dritten, vierten
Tage der Krankheit ein, und es ereignet sich auch, daß das
Lamm jetzt schon nicht mehr saugen kann, obgleich man es der
Saugwarze des Euters so nähert, das es solche zwischen den
Lippen hat; allein die Schlaffheit und Lähmunng der Zunge
und der Lippen gestatten das Ansaugen nicht. —
Nun liegen die kranken Lämmer ganz gelähmt auf einer

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