Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/720/
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Fünftes Kapitel.
Von dem Schwämmchen und dem Maulgrinde.
§. 101. Man findet diese Krankheit bei Kälbern und Läm
mern und es bestehen erstere in Bläschen und Erosionen
der Maulschleimhaut und der Zunge und am Gaumen; der
Maulgrind bestehet in einem Ausschlage, welcher schon oben
im 9ten Kap. des 7ten Abschnittes der 2ten Ordnung beschrie
ben ist.
Die Schwämmchen entstehen gern, wenn die Zungen viel
und zu fette, oder erhitzte Milch ihrer Mütter erhalten hatten,
wodurch die Kälber und Lämmer sehr geplagt werden, weil fie
nicht saugen können, sehr traurig sind und die Kuh behält ihre
Milch im Euter.
§. 102. Das Reinigen und Auspinseln des Maules und
der krankhaften Stellen mit Abkochungen von Salbei, welche
man mit Essig säuerlich machte, oder mit frischem reinem Lösch
wasser, d. h. reines Wasser, worin viel glühendes Eisen ist ab
gekühlt worden; im höheren Grade mit Abkochungen der Wei
denrinde, oder Auflösungen des Alauns mit dem Zusatze von
wenig Branntwein, Pflegen die Mittel zu sein, womit man aus
reicht diese Krankheit zu beseitigen, falls man glücklich genug ist,
die Ursachen zu erforschen und zu beseitigen und ferner zu ver
hüten. Daß man sich bemühen müsse, die Jungen durch Mut
termilch, oder sonst kräftigende Nahrung, wie wir sie bereits ken
nen, Eier, Stärkemehlsuppe u. desgl., zu unterstützen, versteht
sich ohnedieß. Da aber meistens ein Fehler der Verdauung die
Schwämmchen bedingt, so gebe man dem Kalbe einigemale ein
Quentchen Rhabarber mit Magnesia 2 Quentchen mit einem
Eidotter und etwas lauem Wasser abgequirlt ein; eben so kann
dem Verhältnisse nach mit den Lämmern verfahren werden.

Sechstes Kapitel.
Von dem Mist- und Sandfressen der Jungen.
§. 103. Manche Füllen fressen den frisch abgesetzten
Mist ihrer Mütter mit Begierde, andere, welche schon mit zur
Weide gehen, fressen zuweilen Kiessand oder Erde, besonders an

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