Titel:
Handbuch der speziellen Pathologie und Therapie für Thierärzte und Landwirte
Personen:
Dieterichs, Joachim Friedrich Christian Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN685363546/721/
solchen Stellen, wo sich irgend salzige Stoffe, z. B. Urin von
Menschen, befanden, und zwar in solcher Menge, daß nicht nur
Koliken darauf erfolgen, sondern daß sie daran zu Grunde gehen.
§. 104. Kälber belecken die belehmten und bekalkten
Wände des Stalles und die Lämmer nagen an der Wolle der
Schafe und verschlucken solche, welche sie nachher nicht verdauen
können und darnach siechen. Man findet daher bei ihnen, wenn
sie gestorben sind, in der Haube oft eine Anzahl solcher Woll-
kugeln.
§. 105. Alle diese Dinge stellen sich zuerst als Spielereien
dar, werden aber nach und nach üble Angewohnheiten, die als
dann Veranlassungen zu gefährlichen Krankheiten geben, wie na
mentlich das Sandfressen die heftigsten Verstopfungskoliken be
wirkt, welche nur durch zeitiges Erkennen der Ursachen und
zweckmäßige Behandlung des Uebels zuweilen noch beseitigt
werden. —
§. 106. Das Mistfressen ist durch häufiges Fortschaffen
des Mistes der Mutter, durch Absperren des Füllens von der
Mutter, durch einen Maulkorb, dem man dem Füllen zwischen
den Sangezeiten anlegt, zu verhüten.
Das Sandfressen verhütet man, indem man solche Ru
heplätze vermeidet, wo die Füllen Kies und Sand fressen könn
ten und zeigt sich Neigung dazu, so sind auch sie mit Maulkör
ben zu versehen, welche ihnen nur zum Saugen abgenommen
und dann sofort wieder angelegt werden.
§. 107. Haben Füllen schon viel Sand gefressen und zei
gen sich kolikähnliche Zufälle, so sind schleimig-ölige Eingüsse,
Milch, Hafergrütz-Abkochung und schleimige Klystiere, so wie das
Hervorholen des Sandes aus dem After die Mittel das Füllen
möglichst zu retten und herzustellen, es dann, wie oben angege
ben, gegen abermaliges Sandfressen zu schützen.
H. 108. Mit Kälbern, welche die Wände lecken, ver
fahre man eben, wie mit Füllen, und wenn es möglich ist, sie
von der fernern Zucht auszuschließen, so geschehe es, weil man
fürchten muß, daß ihre Angewohnheit, erst zur Krankheit gewor
den, demnoch den Verlust derselben zur Folge haben könnte.
§. 109. Das Nagen der Wolle gewöhnen sich die Läm
mer an, wenn das Euter der Mutterschafe nicht gehörig von
den Locken befreiet worden ist und die Lämmer, statt an den
Saugwarzen des Euters, an solche den Warzen ähnliche Locken

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66