Titel:
Die Krankheiten des Pferdes und ihre homöopathische Heilung
Personen:
Günther, Friedrich August Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717178986/41/
5) „Wir sehen die unglücklichen Resultate der Heilmethoden
der blinden Anhänger von vr. Johnson und Broussais in Ost
indien. Erstere betrachten das versüßte Quecksilber (Calomel) als
ein Universalmittel gegen die. in Ostindien herrschenden Fieber und
gegen die meisten andern Krankheiten, und finden, durch eine beson
dere Sucht hingerissen, viel Vergnügen daran, den kranken menschli
chen Organismus mit großen Gaben dieses Mittels gleichsam zu
übersättigen. Diese Sucht geht oft so weit, daß sie alle andem
Heilmittel verwerfen, oder als unwichtig ansehen, um sich unter ein
ander den Ruhm streitig zu machen, wer von ihnen je die größte
Dosis Quecksilber vorgeschrieben habe. Ja, mir ist sogar ein Fall
bekannt, daß sich ein Arzt, der auf Java einen hohen Rang hatte,
durch jene Sucht so weit hinreißen ließ, daß er einem Kranken ver
ordnete, versüßtes Quecksilber auf einem Butterbrode zu
genießen. — Die Anhänger von Broussais Lehre auf Java
gefallen sich dagegen in der Sucht, den Kranken das Blut aussau
gen zu lassen, denn sie halten dieses für das vornehmste Heilmittel
gegen die meisten Krankheiten, und verwerfen mit Ausnahme einiger
kühlenden, erschlaffenden Getränke, beinahe alle anderen Heilmittel."
Dr. Weitz. •)
6) „Ueber die furchtbaren Wirkungen der oft bis zum Un
sinn angewandten und beliebten Jod ine vergleiche man die Aussa
gen der allöopathischen Aerzte, nach ihren eigenen Erfahrungen, in
Hpfeland's Journal der prakt. Heilkunde, und zwar in den Hef
ten : Jan., Apr., Juli und Dec. 1823. — Im Maihefte des Jour
nals d. prakt. Heilk. von Hufeland und Osann findet man
S. 22 eine vom Prof. K. v. H. heilkünftlerisch vcranstaltere Jo-
dinevergiftung. — „Welcher Lebensgefahr," sagt Krüger-
Hansen, „ist demnach ein Kranker unterworfen, wenn er unerprüst,
vom Arzte jedes ihm gereichte Mittel vertrauensvoll verschluckt! Läßt
der Staat die Aerzte ohne alle Responsabilität mit allen Giftmitteln
ein Spiel treiben, so müßten billig die Kranken sich ihrer Haut
selbst wehren. Ich möchte jedem Kranken rathen, das vom
Arzte vorgeschriebene Mittel nicht eher anzuwenden,
bevor dieser von demselben eine vorgeschriebene Dose
genommen hätte, um sicher zu sein, daß der Arzt mit gehörigem

*) »Schilderung der Quecksilber- und Blutwuth der ostind» Aerzte« in
Horn's Archiv. 1830. S. 507.

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