Titel:
Die Krankheiten des Pferdes und ihre homöopathische Heilung
Personen:
Günther, Friedrich August Wikipedia
PURL:
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passendes Mittel gewählt, so kann eine Wiederholung der Gabe
eben so wenig nützen, denn was in diesem Falle die erste Gabe nicht
bewirken konnte, wird man durch eine zweite und dritte noch viel
weniger erreichen, wenn man nicht, nach genauer Revision des Krank-
heitsbiides, ein anderes, passenderes substituirt. Hierbei lasse man
sich nicht irre machen durch die Bemerkung, daß bisweilen homöop.
Aerzte und Thierärzte in kürzeren Zeiträumen mehrmalige Arzneiga
ben anwenden, da dieselben, um sich dem aus der älteren Schule
herrührenden irrigen Wahne: „daß viel Arznei viel Heilsames be
wirken müsse" einigermaßen zu accommodiren, öftere Scheinpul
ver und ^Scheinoblaten d. h. unarzneiliche Gaben anzuwen
den sich genöthigt sehen. Der Landmann namentlich will nicht nur
für sein Geld möglichst viel haben und sehen, sondern würde
auch in vielen Fällen fürchten, sein Vieh einbüßen zu müssen, wenn
demselben nicht wenigstens -einigemale täglich Arznei gereicht würde.
— Nur wenige
Regeln über die Wiederholung der homöop. Mittel
können im Allgemeinen gegeben werden. Wirkt das dargereichte
Mittel gar nicht, so hat man (einzelne Fälle abgerechnet, die sich
hier im Allgemeinen nicht angeben lassen), offenbar falsch gewählt,
und ein neues, passenderes kann nach Verlauf der in dem folgenden
Abschnitte näher bestimmten Zeitfrist gereicht werden. — Wirkt ein
Mittel nur theilweise d. h. so, daß die anfänglich eingetretene
Besserung stillsteht, so wird nach 4, 6 bis 8 Stunden, und in aku
ten Fällen *) schon nach 10, 15 bis 20 Minuten dasselbe Mittel

') Die -Eiiltheilung der Krankheiten in akute und chronische ist für
die Homöopathie von der größten Wichtigkeit. Akute Krankheiten sind
aber solche, die eine begrenzte Verlaufszeit haben, binnen welcher sie, auch
ohne alle Arznei, ihr Ende erreichen, und den davon Ergriffenen entwe
der tödten, oder wieder genesen lassen. Sie entstehen entweder durch
Schädlichkeiten, denen der Mensch gerade ausgesetzt war, wie Erkältun
gen, Erhitzungen re-, oder von,Einflüssen meteorischer oder tellurischcr
Art, die man größtentheils nicht naher kennt, und daher meistens nur
vermuthet, oder endlich durch besondere akute Miasmen, wie Mcnschen-
pocken, Masern, Keuchhusten, Scharlachsieber, Pest, gelhes Fieber rc., welche
sämmtlich, sich selbst überlassen, in einem mäßigen Zeiträume entweder zuck
Tode, oder zur Genesung sich entscheiden. Im Gegensatze zu ihnen versteht
man unter chronischen Krankheiten diejenigen, welche bei kleinen, oft
unbemerkten Anfängen, jede auf ihre Weise, den Organismus einnehmen,

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