Titel:
Die Krankheiten des Pferdes und ihre homöopathische Heilung
Personen:
Günther, Friedrich August Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717178986/71/
Was aber von der Feststellung und Erwägung des Krankheits
bildes im Allgemeinen gilt, das findet auch bei der Diagnose der
Thierkrankheiten seine volle Anwendung. Auch hier kann ein
einzelnes, wenn auch noch so vollständig und deutlich ausgespro
chenes Symptom niemals den Inbegriff aller äußerlich wahrnehm
baren Zeichen einer Krankheit darstellen, oder die übrigen errathen
lassen. Es gehört daher nicht wenig Aufmerksamkeit und eine nicht
geringe Beobachtungsgabe dazu, wenn man bei diesem Geschäfte nicht
gerade das Wichtigste übersehen, und bei der Wahl des anzuwenden
den Heilmittels von einem ganz unrichtigen Gesichtspunkte ausgehen
will. Es versteht sich von selbst, daß hier, wo nicht von einem be
stimmten Falle, sondern von diesem Gegenstände blos im Allgemei
nen die Rede ist, auch nur ganz allgemein gehaltene Regeln über
denselben gegeben werden können, die aber, auf besondere Fälle an
gewendet, nichts desto weniger zur Erleichterung dieses schwierigen
Geschäftes beitragen werden.
Wird irgend ein Thier von einer Krankheit befallen, so schreite
man nicht eher zur Wahl eines Heilmittels, bis man sich eine mög
lichst genaue und vollständige Uebersicht aller vorhandenen Krankheits
symptome verschafft hat. Man vergleiche mit der größten Sorgfalt
den gegenwärtigen abnormen Zustand des Thiers mit dem normalen
Befinden desselben, denn jede Abweichung von dem Letzteren, sei sie
nun größer, oder geringer, ist ein Kennzeichen einer vorhandenen
Störung im Organismus, die wir Krankheit nennen, und blos aus
den Erscheinungen oder Symptomen, durch welche sie sich zu Tage
legt, zu erkennen im Stande sind. Um dabei nichts zu übersehen,
notire man sich lieber, wenn die Umstände cs irgend gestatten, die
beobachteten Symptome, und breche bei jedem derselben die Zeile ab,
um für spätere Nachträge, Ergänzungen und Berichtigungen Raum
zu gewinnen. Man gehe bei diesem Geschäfte mit einer gewissen
Ordnung zu Werke, indem man nicht blos die allgemeinen Krank-
heitserschcinungen von den charakteristischen Merkmalen eines vorlie
genden Falles genau trennt, sondern auch z. B> die an den äußeren
Theilen des Körpers beobachteten Symptome nach der Lage und
natürlichen Ordnung dieser Theile einträgt. Die natürlichen Ver
richtungen: Umlauf des Blutes, Beschaffenheit des Pulses (lebhaft,
hart, unterdrückt rc.), Beschaffenheit der Excremente, die Temperatur
des Körpers im Allgemeinen und einzelner Theile insbesondere, das
durch Betasten des Thieres- an den verschiedensten Theilen. des Kör

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66