Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/16/
Erste Abtheilung.
Oertliche Krankheiten

Erster Abschnitt.
Won den Krankheiten des Maules.
§. 1. Bon dm Blattern im Maule.
Auweilen findet man eine Menge kleiner Blattern auf der inwendigen
Seite der Lippen, oder auch auf der Zunge, welche, da sie sehr schinerzhast
sind, dem Pferde das Fressen erschweren.
Kennzeichen. Dieses Uebel ist leicht zu entdecken; wenn man die
Lippen umkehrt oder das Maul aufmacht, wird man die Blattern gleich
gewahr. Sic sind bald größer, bald kleiner und enthalten eine gelbliche
Feuchtigkeit.
U r sa ch e n. Schlechtes rauhes Futter, besonders in sumpfigen Wiesen
gewachsenes schilfiges, rohriges Heu. Auch sind diese Blattern bisweilen
ein Symptom irgend einer innerlichen Krankheit.
Heilung. Allemal sind diese Blattern ohne Gefahr und leicht zu
heilen. Sie verschwinden bald, wenn man dem Pferde alle Tage einige
Mal das Maul mit einer Mischung ans gleichen Theilen Essig und Wasser,
worin etwas Honig und Salz aufgelöst ist, auswascht, und damit anhaltend
fortfahrt. Sollte dadurch die Heilung nicht bewerkstelliget werden können,
so muß man entweder das Mittel Nro. 39 nach Vorschrift gebrauchen, oder
nachstehendes Verfahren beobachten. Man nimmt einen leinenen ^Lappen,
taucht diesen zuerst in Essig, und dann in ein Gemisch von gepulvertem
glanzenden Ofenruß und Kochsalz zu gleichen Theilen, reibt so fort die
Zunge so lange damit, bis die Blaschen aufgerieben sind, und wischt her
nach das Maul mit Essig und Salz aus.
So lange die Heilung dauert, muß dem kranken Thiere weiches Futter,
z. B. Mehlsaufen, Kleie, Haberschrot u. dergl. gegeben werden. Auch muß
es so lange von Gebiß und Trense verschont bleiben.
Als vor einigen Jahren die Maul- und Klauenseuche unter dem Rind-
viehe herrschte, beobachtete ich sie auch an mehreren Pferden. Sie geiferten
stark und hatten Blattern im Maule und an der Zunge. Nach Anwendung
der obengedachten Mischung aus Essig, Wasser, Honig und Salz, und dem
gleichzeitigen innerlichen Gebrauche der Latwerge Nro. 165, Morgens und
Abends ein Hühnerei groß eingegeben, erfolgte die Genesung der meisten
Kranken innerhalb 8 bis 10 Tagen.
stlni». Diese Blattern findet man nicht selten auch bei der Druse, bei
welcher sie von selbst verschwinden, wenn diese Krankheit gehoben ist.

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