Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/316/
Entzündungskrankheiten. 305
Nr». 152 alle zwei Stunden 4 bis 6 Loth schwer cingiebt. Sehr nützlich ist
noch, wenn zugleich öfter ein Klystier von lauem Wasser und Salz oder wie
Nro. 94 oder Nro. 95 applicirt wird.
Kalte Umschlage um den Kopf leisten oft vortreffliche Dienste. Man
macht sie von pur kaltem Wasser, oder von Wasser, Essig und Salz oder von
Nro. 23 und erneuert sie so oft als nur möglich ist.
Einige empfehlen den Gebrauch der Haarseile. Man soll sie an beiden
Seiten des Halses ziehen. Gewiß ists, daß sic starke Ableitung machen und
gute Dienste leisten; allein man wird sie selten wegen des unbändigen und
wilden Betragens des Thieres anbringen können. Wenn dieses letztere der
Fall ist, muß man zu reizenden blasenziehenden Salben seine Zuflucht neh
men; z. B. von der Salbe Nro. 88 am Halse unterm Brustkasten oder
sonst wo einreiben, weil dergleichen Einreibungen auf ähnliche Art wie die
Haarscile wirken.
Neben dem zweckmäßigen Heilverfahren darf eine richtige Wartung und
Behandlung nicht fehlen. Man muß das kranke Pferd in einen dunkeln,
kühlen und lustigen Stall bringen, wo alles stille und ohne Geräusch ist und
wo alles so eingerichtet ist, daß es sich keinen Schaden zufügen kann. Wenn
cs sich wieder gebessert hat und einige Freßlust zeigt, muß man ihm ein we
nig Haferstroh aufstecken, und angenctzte Waizcnkleie in die Krippe geben.
Zum Saufen dient nichts besser, als frisches Wasser, worin man etwas Sal
peter oder Glaubersalz aufgelöst hat; nur wenn das Pferd dieses Gemisch
verschmähet, darf man pures Wasser reichen.
Bisweilen geschieht cs, daß das Fieber und die Zufälle sich mindern, daß
aber das kranke Thier in einen Schwächezustand verfallt. Dieses geschieht
gewöhnlich alsdann, wenn die schwächende Heilart und besonders das Ader
lässen im höchsten Grade angewendet worden ist. Man muß in solchem Falle
die Heilart umändern und zu stärkenden Dingen greifen. Es kann das Pul-
ver Nro. 114 mit Honig oder Hollundersast zu einer Latwerge gemacht, und
davon täglich einige Mal zwei Loth schwer eingegeben werden. Alsdann
nützt auch kräflige Nahrung, Haarscile am Halse gezogen u. dergl. mehr.
Sollte die Gehirnentzündung gleich vom Anfange an asthenischer Natur
sein, welches wohl selten der Fall sein wird: so behandle man sic wie ein
Nervenfieber, und mache laue Umschläge von gewürzhaften Kräutern um
den Kopf.
sei n ni. Zu dem hier angezeigten vortrefflichen Verfahren weiß ich nichts
hinzuzusetzen, als daß man doch ja die Anwendung eines Haarscils, das
man über das Haupthinterbein hinweg bis zu dem ersten Halswirbelbcin
oder von den Zopfhaaren an über die Nackengegend entlang, hinwcgziebt,
und durch Terpentinöl recht reizend zu macken stickt, nicht unterlassen müsse.
Um es anzuwenden, muß man die Füße des Thieres mit Schlingen fan
gen, und cs auf die eine oder andere Art niederzuwerfen suchen, damit nur
die Anwendung dieses Mittels, nach einem recht reichlichen Aderlaß, nicht
lange verschoben bleibt. Ucbrigens giebt man die hier angezeigten Mittel-
salze in großen Gaben, wendet reizende Klnstiere an, bedeckt den Kopf un
ausgesetzt mit Tüchern, die in eiskaltes Wasser getaucht sind, und weiset dem
Thiere einen luftigen Aufenthaltsort an, bietet ihm öfters frisches Wasser
zum Getränk an, und wartet so den Erfolg von dem Aderlaß, (welchen man
wiederholen muß, wenn sich eine neue Periode der Raserei einstellt) dem

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