Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/362/
entstanden war, so sind Tranke von der Schwcfcllcbcr, die dieses Gift
chemisch zersetzen, die angezcigtcstcn und vorzüglichsten Mittel. Man giebt
sie in diesem Falle zu 1 y 2 Unzen pro dosi in einer halben Kanne lauwar
mem Wasser oder Camillenabsud aufgelöst als Trank, oder dieselbe Masse
mit etwas Mehl und Wasser, soviel als genug ist, zu Bissen oder Pillen gemacht.
3) Allgemeine Aderlässe sind mit als die wichtigsten Mittel bei dieser
Krankheit zu betrachten, doch muß man sie nicht zu gering anwenden, son
dern wenigstens 4, 6 bis bl und 10 Pfund Blut auf einmal ablassen, be
sonders wenn die Zufalle sehr heftig sind, das Pferd sehr wohl genährt, voll
blütig und — wie es dabei fast allemal der Fall ist — zu entzündlichen
Krankheiten geneigt ist. Ja man muß auch wohl den Aderlaß wiederholen,
doch rathe ich allemal den ersten Aderlaß, je nachdem man die Beschaffenheit
des Blutes findet und der Puls sich während des Aderlasses wieder zu Heben
anfängt, nach dem Alter des Pferdes und seiner sonstigen Beschaffenheit,
lieber recht reichlich anzuwenden, wo er am meisten nutzt und darnach ge
wöhnlich den zweiten ganz entbehrlich macht. '
Die Rcconvalcsccnz dauert gewöhnlich bei diesem Leiden kürzere
Zeit, alS man nach seiner vorhergegangene» Heftigkeit glauben sollte. Schon
den ersten Tag darnach stellt sich der Appetit, wenn auch nur zu etwas
-Pauchfutter, wieder ein und würde in manchen Fällen wohl noch vermehr
ter sein, hätte die eingegebene Arznei von Glaubersalz und Rhapontika und
noch mehr die Tränke von Leinöl, die Dauungsorgane nid>t zu verstimmt,
in welchen sich übrigens die Entzündung bald verwischt, sobald nur einmal
die Ursache davon gehoben ist. Das Sauten ist gewöhnlich das erste Bedürf
niß, was das Thier fühlt und man kann ihm dasselbe nicht oft genug vor
halten, dock thut man wohl, wenn man sich Hierzu des Wassers bedient,
das schon einige Stunden im Stalle gestanden Hat, und etwas überschlagen
ist. Es Hebt die letzten Spuren der Entzündung, stärkt den Darmkanal und
reizt ihn zu neuer Verdauung an.
Selbst dann aber auch, wenn der Appetit wieder vollkommen Hergestellt
ist, thut man doch wohl, wenn man dem Pferde die ersten Tage darnach
nicht zu vieles Futter und nur leicht verdauliche Nahrung giebt, z. B. etwas
Waizcnklcie unter den Hafer gemengt, bis nach und nach der jetzt ge
schwächte Darmkanal wieder gestärkt ist, was bei Pferden und ihrer fruga
len Nahrung sehr bald geschieht. S. v. ?.]

Dritter Abschnitt.
Ben den rhcvmakischcn und katarrhalischen Krankheiten.
§• 1. Von der Rehe oder Rehkrankheit (Rhcvmatismus).
Dieser Krankheit haben die alten Pserdeärzte viele Namen beigelegt,
als: Verfangen, Verschlagen, Vcrhitzcn, Rehe, Stallrchc, FuttcrreHc, Was
serrehe, Windrche u. dgl. Sic begriffen darunter jedes schmerzhafte Uebel,
das sich in und an den Muskeln und Gelenken der Füße äußerte, und das
sie nach den vermeintlichen Ursachen so verschieden benannten.
Wir verstehen unter Rehe einen mehr oder weniger bemerkbaren Fieber-
zustand mit heftigen Schmerzen in den muskulösen Theilen, in den Ban-

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66