Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/384/
Rhevmatische und catarrhalische Krankheiten. 373
6) Erweiset sich der Weidegang vorzüglich im Frühjahr und während
der Thau auf den Gräsern liegt, außerordentlich heilsam und verdient bei
diesem Uebel ganz besonders empfohlen zu werden; denn einmal wirkt er
auf die Verbesserung der Säfte im Allgemeinen woblthätig ein, und äußert
dabcr auch seine heilsame Wirkung auf das örtliche Leiden der Schleimhaut,
zweitens wird durch das Bücken des Pferdes der auf der Schleimhaut ab
gesetzte kranke Schleim, der bei seinem längeren Verweilen daselbst nur im
mer mehr eine kranke und scharfe Beschaffenheit annimmt, um so besser aus
geleert und zum Ausfluß gebracht und drittens wirkt der aufsteigende Dunst
des Tbaucs gleichsam als ein, mit Pflanzcnthcilchcn geschwängertes,^ aroma
tisches Dunstbad, nicht allein heilsam auf schon vorhandene Geschwüre, son
dern auch auf die kranke Beschaffenheit der Schleimhaut im Allgemeinen
und bestätiget die alle Erfahrung, die bei diesem Leiden so günstig für dieses
Mittel spricht.
7) Außerdem erfordert die Heilung dieser Krankheitszustandes ausge
sucht gute und binlänglichc Nabrung und daber muß man auch bei dem
Werdegänge das Thier noch mit gutem Hartfutlcr unterstützen, so wie sich
auch zur Herstellung der Gcsundbcit eine sorgsame Pflege und Wartung, eine
zweckmäßige Reinigung durch Putzen und ein gesunder Aufenthaltsort nö-
kbig machen.
Mit diesem vier angezeigten Verfahren könnte ich mich auch rühmen,
scbr oft den Rotz gcbcilc zu baden, hätte ick diesen hier beschriebenen Krank-
bcitszustand mit jener unheilbaren Krankheit verwechselt, wie cS von allen
denen geschehen ist, die von der Eur des Rotzes reden, e.», x.]

Vierter Abschnitt.
Von den Krankheiten des Lymphsystems.
§. I. Dom Rotz oder von der Rotzkrankheit.
Der Rotz ist eine dem Pfcrdcgcscklcchte eigenthümliche langwierige
Krankheit mit vorherrschendem Leiden der Scbleimmembranen der Nase und
der benachbarten Lnmpbdrüscn. Er ist ansteckend und fast immer unheilbar,
und daher eine der schlimmsten Krankheiten der Pferde. Die alten Pferdc-
ärzte haben verschiedene Arten des Rotzes angenommen, als: Stcinrotz,
Hirnrotz. Lungcnrotz. Lebcrrok u. s. w. Indessen gibt es nur einen wahren
Rotz, welcher aber das eine Mal bösartiger, als das andere Mal ist, und bei
dem einen Pferde geschwindere und zcrstorcndcre Fortschritte macht, als bei
dem andern.
Kenn zeich c n. Das Pferd wirft gewöhnlich aus einem, seltener aus
beiden Nasenlöchern. eine schleimige zähe Materie aus, die entivedcr gelb-
grünlich, oder graulich, oder bläulich aussieht, oder mit Blut vermischt ist.
Zugleich sinder man zwischen den Kinnladen, an einer oder der ander» Seite,
eine oder auch mehrere angeschwollene harte, kugelfönnige Drüsen, welche
bei einigen Pferden kleiner, bei andern größer sind, jedoch sehr selten großer
>lls eine Wallnuß werden, und sich gewöhnlich an den Kinnladen festsetzen,
sobald man diese Zeichen gewahr wird, hat man Ursache, die Gegenwart

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