Titel:
Handbuch für angehende Pferdeärzte
Personen:
Ammon, Karl Wilhelm WikipediaSind, Johann B. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN717286223/406/
anlassung hierzu mit geben; so wie sie überhaupt als eine Folge allgemein
ner Schwache, insbesondere der Sauggcfäße, anzusehen ist.
Ihr Verlauf ist sehr unbestimmt, dauert jedoch nach meiner Beobach
tung bei Pferden nicht über ein halbes Jahr, weit häufiger endigen sie schon
nach Wochen, höchstens Monaten.
Kurze Zeit vor dem Tode des Thieres fangen die wässerigen und öde-
matöscn Geschwülste am Körper mehr oder weniger zu verlieren an, hierbei
nimmt aber die Beängstigung, das Kurzathmen, der Husten und der Bauch-
schlag zu und nicht lange darauf erfolgt der Tod durch Erstickung, Lungen
lähmung und Nervcnschlag. S. v. x.]

Fünfter Abschnitt.
Fehlerhafte Ausleerungen.
§. I. Vom Durchfall, (Durchbruch, Durchlauf, Bauchfluß, Fettschmelzen).
Bei dieser Krankheit findet ein widernatürlich häufiger und dünner
Mistabgang, mit oder ohne Schmerzen im Leibe, statt. Wenn dieser Ab
gang einem weißlichen Schleime ähnlich ist, oder wie geschmolzenes Fett
aussieht, heißen die Schmiede das Uebel: das Fettschmelzen.
K e n n z e i ch e n. Das Pferd mistet ungewöhnlich oft, und der Abgang
ist wässcrigt und dünne, bisweilen mit vielem Sckleime vermischt. Uebrigens
ist cs munter, frißt wie gewöhnlich, und bezeigt nur in seltenen Fallen
Schmerzen zu empfinden. Erst alsdann, wenn das Uebel lange währt, ver
mindert sich die Freßlust, das kranke Thier wird mager, matt und elend;
jedoch gehet selten, oder vielmehr niemals, wie viele Erfahrung gelehrt hat,
die Krankheit in eine Ruhr über.
Ursachen. Die nächste Ursache ist eine Schwäche der Verdauungswerk
zeuge und ein Ueberfluß von Säften im Darmkanale, welche nicht gehörig
resorbirt werden. Veranlassung hiezu geben: Genuß schlechter verdorbener,
oder wässerigter unkuäftigcr Nahrung, schnelle Veränderung vom trockenen
zum grünen Futter, Verkaltung, Purgicrmittel, kaltes Saufen u. dgl. mehr.
Heilung. Der Durchfall der Pferde ist meistens ohne Gefahr, und
verschwindet bei richtiger Wartung und Pflege gewöhnlich von selbst. Es
gilt hier als Regel, daß, so lange das kranke Pferd noch munter und fieber
los ist, und die Freßlust noch fortbesteht, arzneiliche Hülfe nicht nothwendig
ist. Man darf nur das Pferd warm halten, und gutes trockenes Futter,
z. B. gutes feines Heu, Hafer mit Kleien vermischt, Mehlsaufen u. dergt.
darreichen, und grünes Futter, z. B. Gras, Klee u. dergl. vermeide«, so
verschwindet das Uebel in den gewöhnlichen Fällen in kurzer Zeit.
Nur im Falle Zeichen eines geschwächten Zustandes, besonders M Ver
dauungsorgane, und Fieber vorhanden sind, muß man zum Gebrauch von
Arzneien schreiten; und zwar zu solchen, welche die Verdauumsthatigkeit
vermehren und der etwa vorhandenen Säure entgegen wirken. Man nimmt
z. 83. Enzianwurzel und Wcrmuthkraut von jedem 6 Loth und weiße Kreide
oder praparirtc Austcrschaalen 4 Loth, macht daraus ein Pulver, und giebt
davon täglich dreimal, jedesmal 2 bis 4 Loth schwer, aüf das Futter oder

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