Titel:
Sicher und geschwind heilender Pferde-Arzt
Personen:
Sind, Johann B. Wikipedia
PURL:
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neigtheit zu Krankheiten enthält, so folgt daraus, daß es eine
natürliche Anlage aller Pferde zu Krankheiten giebt, welche wir
die allgemeine natürliche Anlage nennen können. Eine
zweite Anlage ist nicht so allgemein, sondern nur einzelnen Pfer
den eigen, und sie beruhet auf einer eigenthümlichen Empfänglich
keit für gewisse Eindrücke, die aber nicht zu den widernatürlichen
gehören. Wir nennen diese die besondere Anlage. Die
dritte Art der Anlage seht schon eine gewisse fehlerhafte Beschaf
fenheit des Körpers voraus, die, wenn sie auch für sich allein
nicht immer die Gesundheit stört, noch der Erhaltung des Lebens
hinderlich ist, doch den Körper des Pferdes der Gefahr aussetzt,
nnter Einwirkung gewisser Gelegenheitsursachen krank zu werden.
Diese letztere Art heißt widernatürliche Krankheitsanlage.
Unter Gelegenheitsursachen werden alle diejenigen Reize ver
standen, welche bei vorhandener Anlage die Krankheit selbst erre
gen. Zuweilen kann aber die Gelegenheitsursache auch für sich
schon hinreichend seyn, ohne eine besondere Anlage die Krankheit
zu entwickeln. Diese Gelegenheitsursachen liegen mehrentheils
außer dem thierischen Körper, zuweilen aber auch in demselben,
das heißt, sie können als Bestimmungen wesentlicher Theile und
natürlicher Funktionen des Körpers angesehen werden.
Zu jenen außer dem thierischen Körper liegenden Ursachen
gehören: die Einflüsse der Luft, des Lichts, der Nahrungsmittel
nnd Getränke, der Wärme und Kälte, der Stallungen und
Stallvflegc, der Gifte und Ansteckungsstoffe, der Arzneien und
dergleichen. Zu den Ursachen, die als Bestimmungen wesentlicher
Theile und Funktionen des Körpers aiHusehen sind, gehören:
Bewegung und Ruhe, Schlaf und Wachen, Ausführung und
Zurückhaltung ausleerender Materien, und gewissermaßen kann
man noch hierher rechnen, die Leidenschaften, welche aber freilich
bei Thieren weniger auffallend als bei Menschen wirken.
Alle Krankheiten werden an den Zufällen erkannt, welche
selbige begleiten, das heißt, an den merklichen Veränderungen,
welche in den Verrichtungen deS gesunden Körpers vor sich gegan
gen sind, und die eine nothwendige Folge der Krankheit selbst
sind. Man nennt diese Veränderungen oder Erscheinungen, wel
che die Krankheit begleiten, Krankheitszeichcn oder Symptome.

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