Titel:
Sammlung von Abhandlungen für Thierärzte und Oekonomen ; Viertes Bändchen
Personen:
Viborg, Erik Nissen Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN72375263X/25/
Im Mittelalter finden wlr merkwürdige Beyspiele
von dem großen Werthe, den man weißgebornen Pfer
den beylegte. Sie waren für den Regenten von eben
so großer Wichtigkeit als Krone und Scepter, ja selbst
der heilige Vater konnte ihrer nicht entbehren, um sein«
Prozessionen seyerlich zu machen. — Der König von
Neapel mußte deshalb jährlich einen weißgebornen
Hengst, als ein Zeichen, daß er sein Reich vom heiligen
Stuhle empfangen habe, nach Nom schicken. Den
stärksten Beweis, daß diese Farbe ein auszeichnende«
Merkmal König!. Würde war, giebt uns die Anwen
dung, welche die Könige Eduard der Schwarze (III.) und
Carl der Fünfte gegen das Ende des vierzehnten Jahr
hunderts von den weißgebornen Pferden wachten.
Da der unglückliche Könlg Johann kn Frankreich
kn der Schlacht bey Poikiers überwunden, und von de»
Engländern gefangen wurde, mußte er bey seiner An
kunft in S-uchwark ein weißgeborneS Pferd reiten, in
dem fein Ueberwinder Eduard der Dritte, sich nur eines
schwarzen Rosses bediente, um dadurch dem Volke zu
zeigen, daß der Gefangene ein König sey.
Der stolze König Karl der Fünfte giebt uns ein
ähnliches Beyspiel. — Der scharfsinnige und gelehrte
Kaiser Karl der Vierte und sein Sohn mußten neben
dem König von Frankreich, der ein weißgeborneS Pracht-
roß bestiegen hatte, schwarze Pferde - reiten. Karl
der Fünfte suchte seinem Volke dadurch zu zeigen, daß
«r Frankreichs alleiniger Beherrscher sey, und baß auch
sein Vetter, der Kaiser, ihn als solchen anerkennen müs
se, so lange er sein Gast sey.

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