Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/28/
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prozess selbst aus dem Gleichgewicht bringen *). — Alles
Wissenswürdige von ihnen zusammengenommen bildet
die Arzneimittellehre (Pharmacologia).

§. 32.

Die thierärztliche Arzneimittellehre (Phar-
macologia veterinaria, Zoo - Pharmacologia) beschäfti-
get sich mit der Erkennung, Zubereitung, Wirkung und
Benutzung der zur Heilung kranker Hausthiere gebräuch-
lichen Arzneimittel, und sie umfasst demnach:

a) die naturhistorische Beschreibung der Arzneimittel
hinsichtlich ihres Ursprunges, ihrer Kennzeichen
und physischen Eigenschaften, oder, die medizi-
nische Waarenkunde, oder Droguenlehre
(Pharmacographia, Pharmacognosis);

b) die Vorschriften zur zweckmässigen Gewinnung,
Aufbewahrung und Zubereitung der Arzneimittel,
oder die Apothekerkunst (Pharmacia), und

c) die Darstellung der Kräfte und Wirkungen, welche
die Arzneimittel bei ihrer Anwendung auf den

Thier-

*) Anmerkung. Mit iler Erklärung über das Verhältnise der
Kräfte der Arzneimittel zum Organismus, ist die Erklärung von den
Giften sehr verwandt. Beide wirken vorzüglich durch das Verhält-
nise ihrer chemischen Bestandtheile und dynamischen Kräfte, beide
können unter entsprechenden Umständen heilsam oder auch schäd-
lich und thätlich sein. Eine strenge Grenzlinie zwischen beiden ist
daher nicht möglich festzusetzen, so wie es auch sehr schwer ist,
eine genügende Definition von dem was Gift ist, zu geben. Die be-
ste scheint noch folgende zu sein: „Gift ist jede, dein thieri-
schen Organismus fremde Substanz, welche in grösse-
rer oder geringerer Gabe, innerlich oder äusserlich
demselben beigebracht, schnell oder langsam auf eine
chemisch-dynamische Weise die Gesundheit stört, oder
das Leben gänzlich vernichtet und sich in demselben
nicht wieder erzeugt. — In thierärztlicher Hinsicht ist die Er-
klärung noch viel schwieriger als in menschenärztlicher zu machen,
weil mancher Stoff bei den Thieren einer Gattung als heftiges Gilt
wirkt, bei Thieren anderer Gattungen aber entweder nur eine ge-
ringe Schädlichkeit zeigt, oder sogar unschädlich und nicht giftig ist.

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