Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/564/
den frischen Mohnköpfen 8 bis 10, von de* getrockneten
10 bis 12 Stück in einer gelinden Abkochung mit ^ Quart
Wasser; für Hunde sind von den frischen topfen i bis
1 ganzer, von den trockenen l bis 2 Stück z* 3 Unzen
Kolatur und für eine Gabe hinreichend. -— Aeufserlich
gebraucht man die zerschnittenen und gekochter Mohn-
köpfe zu Klystiren, zu Breiumschlägen, zu Bähunge* u. dgl.

Anmerk. 4. Der wilde Mohn oder die sogen.
Klatschrose (Papaver Rhoeas) wird als tierärztliches
Heilmittel nicht benutzt, hat sich aber für pflanzenfressende
Thiere, besonders für Rindvieh, in mehrern Fällen als
eine sehr giftige und schädliche Pflanze gezeigt.

2. Schwarzes Bilsenkraut. Herba Hyoscyami nigri-

§. 460.

Die Wirksamkeit dieses Mittels scheint hauptsäch-
lich von einem »tgenthümlichen narkotischen Extraktiv-
stoff abhängig zu sein* im ganzen ist aber über seine
wirksamen Bestandtheile noch wenig Sicheres bekannt.—
Fast eben so verhält es sich mit der Kenntnifs der Wir-
kungen des Bilsenkrautes auf gesunde und auf kranke
Thiere. — Manche behaupten, dass junge Gänse und
andere Vögel, hauptsächlich vom Hühnergeschlecht, von
dieser Pflanze getödlet, wilde Schweine aber gelähmt
werden; nach Andern soll es dagegen Kühen, Ziegen,
Schafen und Schweinen unschädlich sein, und die Schafe
sollen es gern fressen. Gohier1) bemerkte bei Pferden,
denen er 3 bis 4 Unzen Bilsenkraut im Dckokt gegeben,
bloss eine grosse Erweiterung der Pupille, Zuckungen
an den Lippen, unregelmässigen vermehrten Puls (von
35 Schlägen bis auf 60, selbst 72 in der Minute), zu-
weilen auch Zuckungen am Halse. Diese Zufälle dauer-
ten 3 bis 5 Stunden, und die Pferde waren darauf wie-
der völlig munter.— Rasn und Viborg (Samml. Bd. 3,

*) Observations et Experienc. sur le Pain moisi, et sur quelques
Poissons etc. pag. 42.

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