Titel:
Praktische Arzneimittellehre für Thierärzte
Personen:
Hertwig, Carl Heinrich Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN734635443/719/
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geschieht; wenn das aus der Ader gelassene Blut sehr
schwarz ist und schnell zu einer gleichmässigen Masse
sulzt.
2) Bei Kolik, wenn dieselbe aus Ueberfütterung,
aus gestörter Verdauung, aus Gährung des Futters im
Magen und Barmkanal, durch unverdauliches, blähendes
oder saures Futter entstanden, oder mit starker Aufblä
hung (Windkolik) und mit Säureentwickelung, oder auch
mit einem brandigen Entzündungsflebcr (wie unter 1 an
gedeutet) verbunden ist.
3) Bei dem Aufblähen der Wiederkäuer, besonders
wenn die eben bezeichneten Verhältnisse dabei bestehen.
4) Bei dem Starrkrampf der Pferde, wenn ein Ent
zündungsfieber sich hinzugesellt und das Athmen in sehr
kurzen, schnellen Zügen geschieht.
5) Bei Vergiftungen durch Arsenik, Blei und Queck
silber; jedoch nur dann, wenn die Vergiftungszufälle
durch nicht sehr grosse Gaben dieser Stoffe, mehr lang
sam (schleichend) als akut, und in einem nicht zu hef
tigen Grade entstanden sind. Unter entgegengesetzten
Umständen, und namentlich wenn die Vergiftung erst
frisch entstanden ist, wenn Arsenik oder ätzende Queck
silberpräparate noch im Verdauungskanal zugegen sind
und wenn heftige Entzündung der Eingeweide besteht,
ist (nach Orfila’s und Renault’s Versuchen ') das
Mittel nicht passend.
§. 573.
Die Gabe ist für Pferde und Rindvieh zj bis Z6,
für Schafe und Schweine Zb bis gjj, für Hunde gr. j
bis gr. vjjj in Zwischenzeiten von 1 Stunde (z. B. bei
Kolik) bis 4 Stunden. — Die Anwendung geschieht in
Pillen, in Latwergen oder in einer schwachen Auflösung
(5 bis 8 Gr. auf Zj Flüssigkeit). Dabei ist die Vorsicht

*) Orfila, Toxicol. generale. Tom. I. p. 42G. — Rennull
s «r les Contrepoisons tle l’Arsenie. pag. 33, 35.

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