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Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
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striemig befunden. Die Verstopfung, oder den
trocknen Mistabgang, findet man meistens bey de-
nen Thieren, welche allzu munter, ja anfänglich
ganz wild sind, als sie gewöhnlich zu seyn pflegten,
oder bey denen, bey welchen sich eine gutartige Ab
setzung der Krankheitsmaterie auf die Oberfläche
des Körpers bildet; von woher und von den zuwei.
len gegenwärtigen Blattern an der Zunge und dem
inwendigen Maule — wie weiter unten mehr davon
gesagt werden wird — diese Pest den Namen:
Blatterpest, bekommen hat. Hier ist das Fieber
starker und die Entzündung größer, welches beydes
sonst nicht auffallend bemerkbare Zufälle erreget.
Eines der allervorzüglichsten Kennzeichen der
Rindviehpest giebt uns das aus der Ader gelas
sene Blut. Dieses schwärzlichrokhe Blut ge
rinnt entweder ganz, ohne etwas Blutwaffer abzu
sondern, oder es sitzt dessen nur äußerst weniges ab.
Hieraus ist der doppelte Schluß zu machen, baß
entweder das Blut selbst, vermöge seiner vermehr
ten Festigkeit, nicht im Stande ist, in die feinsten
Gefäße des Körpers einzudringen, oder, daß die
Gefäße dermaßen in einem so unwirksamen Zustan,
de sich befinden, den Kreißlauf der Säfte völlig und
natürlich zu bewerkstelligen und die gewöhnlichen
Absonderungen zu bewirken. Ohne Zweifel kann
man wohl das letztere als gewiß annehmen, indem
die übrigen Zufalle anzeigen, daß das Pestgift eine
fast eben so betäubende, oder vielmehr die festen Thei-
le stumpfmachende Kraft besitzt, wie alles andere
in den thierischen Körper gebrachte Gift.

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