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Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
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mit den Hauten der pestkranken Thiere angestellt,
nämlich, daß man ihnen welche zum Beriechen und
zur Einakhmung der Ausdünstung vorgelegt, be
weisen ganz klar, daß bloß allein eine Ansteckung
durch die Feinheit des Gifts, welches sich entwickelt,
vor sich geht.
§. 28.
Man kann daher als »»bezweifelt annehmen,
daß allein auf diese Weise die Rindviehpest verbrei
tet wird, und daß eine Fortpflanzung schlechterdings
erfolgen muß, wenn man alle die Verhältnisse zu
sammen nimmt, die dabey obwalten. Denn, zum
Ueberflusse noch gesagt, wer weiß es nicht, wie alles
dies gar leicht zugehet, wenn man sich in dergleichen
Fällen auf dem Lande, oder in kleinen Landstädten,
wo der meiste Erhalrungszweig die Rindviehzucht
ist, entweder bloß als Beobachter, oder als Helfee
aufgehalten hat. Erkranket ein Thier, d. h. wen»
es nicht mehr fressen will, so wird der nächste
Nachbar gerufen, und um Rath und Beystand ge
fragt; dieser reichet hülfreiche Hand, beschmuzet sich
und seine Kleider, geht damit zu seinen Thieren,
steckt die seinigen an, ruft nun auch seinen andern
Nachbar, u. s. f. und auf diese Weise wird die Pest
nicht allein in einem Dorfe, sondern in mehrern,
auch in angränzenden Landern verbreitet, weil die
Jnnwohner eines Orts, wo alles Vieh erkrankt
oder getödtet ist, ihren Hausbedarf von andern Oer--
lern herholen: wozu mit unter auch die Fleischer das.
ihrige beytragen, indem sic das kranke Vieh, ehe
allgemeiner Lärm wird, wohlfeiler ein-auch wohl
wieder verkaufen, und daS Uebelbefinden des Thie
res, als einen unbedeutenden Ausstoß angehen.
B 4 Ge-

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