Titel:
Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN752165666/271/
nicht zwingen, die Folgen derselben mit zu tragen.
ES ist überdies wahrscheinlich, daß durch dergleichen
Anstalten die Trägheit begünstiget und dasViehster-
den an manchen Orten ausgebreiteter würde. DaS
-ft angeführte Beyspiel der bedrängten Juden in Ae»
gypten bey der Viehpest zu Molts Zeiten, kann uns
auch hier zur Regel dienen. Wenn dieselben mit
den Aegyptiern dergleichen Anstalten hatten errichtet
gehabt, so würden sie auch zugleich den Verlust,
welchen sich diese letztem durch ihre Ungerechtigkeit
zuzogen, haben tragen müssen. Wer sich der Un
ordnungen schuldig macht, der büße auch die Fol
gen derselben. Sonst aber ist beym Viehverluste
jedesmal zu untersuchen; ob verleibe durch Ueber-
schwemmungen, Brand, feindliche Einfälle, Hun»
gec oder unvermeidliche und unvorhergesehene Un-
glückssälle entstanden sey; und alsdenn wird die ge
sunde Vernunft und die christliche Liebe das Nähere
bestimmen und dem Nochleidenden helfen.
Beschluß.
Da das Viehsterben ein sehr großes Uebel ist,
so muß es auch die größte Aufmerksamkeit erregen,
damit ein jeder nach seinem Vermögen dazu bey«
trage, um dasselbe einzuschränken, oder zu entfer
nen. Weil aber dies nicht anders möglich ist, als
wenn man die Thiere gehörig behandelt und eine bö
se mephilische Luft vermindern hilft, so halte man
streng über gute Zucht, Reinlichkeit und Ordnung,
schranke den Gebrauch von Feuer und Lichr ein und
denke nicht, es werde nichts darauf ankommen, ob
wan jährlich einige Klaftern Holz, oder einige
Pfunde Licht mehr oder weniger verbrenne. Denn

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66