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Preisschriften über die Rindviehpest und ihre Cur
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bleiben sie auch verschont, welches nicht geschehen
könnte, weim die Luft Den Ansteckungszunder mit
sich führte. Die Pest läßt ja gleich im Anfange auch
zu wüthen nach, wenn kräftige Vorkehrungen, z. E.
das Sperren der Oerter, das Todtschlagen der er
sten Thiere, gemacht werden. Könnten die Men
schen aber der Lust Granzwachter setzen? Wenn die
Rindviehpest durch Vorsicht abnahm, aber bald
wieder zum Vorschein kam, so war dies lediglich
der Saumseligkeit zuzuschreiben, die allemal sehr
bald einreißt, wenn die größte Gefahr vorüber ist.
Denn bey den jetzt strengeren Beobachtungen der
Landesherrlichen Gesetze, ist die Pest auch weit we,
Niger tödlich, als vor Diesem gewesen. Die Pest be-
giebt sich oft in die entlegensten Gegenden, weil auf
irgend eine Weife Ansteckungszunder dahin gebracht
worden ist, wie es mit der Menschenpest, den Kuh.
pocken ebenfalls geschiehet. So werden ja auch die
Thiere, weiche bey Einkrekung der Gefahr in Oie
freye Luft gebracht, und dort von aller Gemein
schaft gehalten worden sind, gewiß nie durch die
Luft angesteckt, ja viele ohne Zuthuung von Heilniit-
leln gerettet. Es würde deshalb gewiß weislicher
gehandelt seyn, wenn man die gesunden von den
Kranken entfernte, statt daß man jetzt die kran
ken von den gesunden trennt, und die ge»
funden in den kranken Ställen stehen
läßt, wo schon Ansteckungszunder vor-
Handen ist.
Weil man dies mit einigen gesunden befolgte,
und sie in Schaaf- oder Pserdestalle unter- und aus
den Gift enthaltenden Oerkern wegbrachte, befreist«
man die Thiere von der Pest; nicht die Schaaf«
N. £. der Sv;, -r Th. C oder

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