Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/18/
die Aegypter an einer Pyramide viele Jahrzehnte gebaut haben.
Aber nicht blos durch ihre Baukunst verdienen die Termiten Be
wunderung, sondern auch durch ihre kriegerische Vertheidigung.
Der Ameisenlöwe legt sich, um andere Thiere, die ihm zur
Nahrung dienen, zu fangen, einen förmlichen Trichter in den
Sand an; zuerst zieht er eine runde Furche, den Rand der Fall
grube zu bezeichnen, und dann wird innerhalb desselben der
Sand hinausgeworfen. Er legt sich nämlich mit einem Vorderfuß
den Sand auf den Kopf, und schnellt ihn dann mit dem
Kopfe über die Furche hinaus. So entsteht im Sand ein
Trichter, dessen Seitenwand so schräge seyn muß, daß die
Sandkörnchen, ans denen sie besteht, bei der geringsten Be
rührung hinabgleiten. Daher wird der Trichter auch nur in
staubigem, völlig trockenem Sande angelegt. Ist er fertig, so
kriecht der Ameisenlöwe auf den Grund desselben in den Sand,
und lauert. Kommt nun eine Ameise auf den Rand des
Trichters, so fällt sie mit den sinkenden Sandkörnern hinab,
der Ameisenlöwe packt sie, zieht sie unter den Sand und
saugt sie aus. Fliegen, Spinnen, Bienen, kleine Käser werden
auf ähnliche Welse seine Beute. Den leeren Balg schafft er
nachher aus dem Trichter, bessert diesen ans, und begibt
sich wieder kn seinen Hinterhalt. Nach einigen Tagen ist der
Trichter unbrauchbar geworden, und dann wird ein neuer an
gelegt. Der Schimpanse (auch Höhlenbewohner genannt) ist
ein geschickter Baumeister; er verfertiget sich aus Zweigen
eine niedliche Hütte, und richtet sich diese bequem ein.
Aehnliche Bauten verfertigen die Bienen, Biber u. s. w.
Auch hier müßte man, wollte man alles hieher Gehörige
anführen, ein eigenes Buch damit anfüllen.
7. Das Schlafen und Wachen der Thiere.
Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen auch dasWachen
und Schlafen der Thiere. Bei ganz niedern Thieren scheint
das ganze Leben nur ein Schlaf und Traumleben zu seyn.
Bei Polypen, Medusen, Seesternen re. kann man nur ihre
Bewegungen als einen Zustand des Wachens annehmen; ein
anderes Merkmal gibt cs nicht. Alle Fische und Jnsecten
kennen während des Schlafes die Augen nicht scbließen, aber
dies stört sie in Ihrem Schlafe nicht; denn es ist ja nicht
das Auge, das schläft und wacht, sondern die Seele. Auch
träumt nicht das Auge, nur die Seele. Der größte Theil

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