Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
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Mildeste und Gerechteste im Himmel und aufErden ist, dem
Menschen die Befugnlß gegeben haben sollte, Thiere nach
grausamer Willkühr zu martern, ist nicht denkbar, rein un
möglich, weil dieß dem Wesen der Gottheit, ihrer Allweis
heit und Güte gänzlich wiederspricht, und eben weil dieß
nicht möglich ist, so ist es auch eine ausgemachte Wahrheit,
daß Gott nur unter der ausschließlichen Vedingniß dem Men
schen die Herrschaft über die Thiere gegeben hat, daß er sie
gut und mild behandle. Der Schöpfer gab auch dem Men
schen eine hohe Vernunft und diese macht ihn fähig, Gottes
Willen zu erkennen, und untergeordnete Geschöpfe so zu be
handeln, wie es Gott befohlen hat,
Schonung und eine gute zweckmäßige Behandlung der
Thiere sind durch die hl, Schrift und durch die Vernunft ge
boten, und der Mensch ist verpflichtet, das, was die hl, Schrift,
also Gottes Wort, und die Vernunft gebieten, zu erfüllen. In der
Bibel steht geschrieben: „Ist irgend ein Lob, irgend eine Tu
gend, so strebe darnach, denn wer weiß, Gutes zu thun, und
thut es nicht, dem ist's Sünde." Philipp 4, 8, Jak. 4, 17.
Der verdienstvolle Prediger Fried, von Ammon sagt:
„Schrift und Vernunft legen uns eindringend an das Herz,
die Thiere zu schonen und zu pflegen, und zeigen uns, daß
es kein Siecht gibt, sie zu mißhandeln, zu peinigen und zu
quälen. Wer sich aber das dennoch erlaubt, dem darf man
frei und unumwunden erklären, daß ihm bei einer beschränkte»
Weltansicht der Beruf des gebildeten Menschen und Christen
noch nicht klar geworden ist."
Unsere Vernunft sagt uns, was vernunftgemäß und ver
nunftwidrig ist. Ein Mensch, der in seinem Thun und Lassen
die Gebote der Vernunft aus die Seite setzt, handelt nicht
mehr als ein vernünftiger Mensch, und entwürdigt sich seiner
menschlichen Rechte, die ihn über das Thier erhöhen; er
erniedriget sich sogar unter das Thier, handelt schlechter als
das Thier, denn, wäre dieses mir all den hohen Vorzügen
ausgerüstet, mit denen der weise Schöpfer den Menschen be
schenkt, so dürfte bestimmt angenommen werden, daß es eben
so gerecht und edel handeln würde, wie ein guter, edler
Mensch handelt. Dieß ist um so mehr zu glauben, da wir
wissen, daß die Thiere in ihrem wirklichen Zustande Hand
lungen begehen, die manchen Menschen beschämen.
Wer im liebcrflusse lebt, und seine Thiere im Hunger und

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