Titel:
Pflichten gegen die Thiere
Personen:
Zagler, J. J. Wikipedia
PURL:
http://viewer.tiho-hannover.de/viewer/image/PPN766145921/24/
Mitmenschen, und wer es bezweifelt, daß durch die Verbreitung
besserer Grundsätze zum Wohle der Thiere auch die Bildung
und Veredlung der Menschen überhaupt befördert werde, der
hat gewiß ganz unrichtige, oder gar keine Begriffe von Er-
ziehungsknnde. Kinder und Erwachsene, welche die Thiere
lieben, pflegen und schonen, werden gewiß auch den Mit-
Menschen nicht Haffen, verachten, verfolgen und mißhandeln.
Tausendfältige Erfahrungen beweisen, daß diejenigen, welche
grausam und gefühllos gegen Thiere sind, auch mit den
Menschen eben so grausam und gefühllos verfahren. Es
wird also durch die Verhütung der Thierquälerei nicht blos
den Thiere» Ihr natürliches Recht gesichert, sondern auch
zum Wohle der gesammten Menschheit unendlich viel Gutes
bewirkt; Rohheit und Barbarei, diese grausamen Feinde aller
lebenden Geschöpfe, werden dadurch immer mehr und mehr
verdrängt, und für die ganze lebendige Schöpfung liegt darin
ein bedeutender Schritt auf dem Wege des Bessern. Diesen
Grundsatz haben auch alle weisen Regierungen, und alle Ver
nünftige» und Gutgesinnten In seiner ganzen Bedeutung
aufgefaßt, und ihm die volle Aufmerksamkeit zugewendet,
was die vielen weisen und umsichtigen Gesetze aller gesit
teten Nationen gegen die Thierquälerei und das allgemeine,
thätige Zusamenwirken aller Gebildeten und Gefühlvollen
deutlich beweisen. Es Ist für den Menschen- und Thierfreund
eine wahre Freude, zu sehe», wie auf diese Weise die alles
Gefühl empörende Grausamkeit allmählig verdrängt wird,
durch die zur Schande und auch zum Nachtheil der Mensch
heit schon so viel Unwürdiges, Rohes und Vcrabscheunngs-
würdiges entstanden ist. Wenn Jemand einwendet, es gebe
Menschen, die Schonung gegen Thiere zeigen und aber doch harr
gegen Menschen seien, wenn z. B. Jemand von einer Frau
spricht, die ihren Mops zärtlich liebt, pflegt und nährt, wie
ein Kind, die aber unbarmherzig und gefühllos ihre Dienst
boten behandelt u. dgl. und wenn hieraus gefolgert werden
wollte, daß Liebe zum Thiere nicht auch Liebe zum Mitmenschen
zur Folge habe, so haben solche Einwendungen nur einen
leeren Schein für sich. Cs gibt wohl solche Leute; aber die
Liebe einer solche» Frau gegen ihren Hund ist eine thörichte
Asterllebe; sie ist keine Liebe, die sich auf die ganze Thier-
Welt erstreckt; denn eine solche Frau liebt zwar ihr Schovß«
Hündchen, ist «derindcrRcgclgleichgiltig gcgendle Leiden an
derer Tdiere, und mißhandelt sic, was dir gewiß nicht entgehen

Anschrift

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Hochschulbibliothek
Bünteweg 2
30559 Hannover
Kontakt

Tel.: +49 511 953-7100
Fax: +49 511 953-7119

E-Mail senden


Datenschutzerklärung

Partner

:
version: intranda viewer - a0c7c66